High Five: A-Cappella-Power in Berlin

Mai 23, 2012

Berlin-Tempelhof, 18. Mai 2012 Die fünf Jungs aus Offenburg nennen sich „High Five“ und sind das erste Mal in der Tempelhofer ufa-Fabrik zu Gast. Die jüngste professionelle A-Cappella-Band hat ein lautstarkes Instrument, und das sind ihre virtuosen Stimmen.

Mit ihrem aktuellen Programm „Mundesjugendspiele“ singt sich die Boygroup schnell in die Herzen der Zuhörer und besonders Zuhörerinnen. Was die fünf Knaben bieten, ist Kraft und Power im Gesang und eine bemerkenswert abwechslungsreiche Choreographie. Langeweile war gestern! Die Ankündigung beschreibt es goldrichtig: „Ihre Lieder sind intelligent, witzig bis nachdenklich, voller überraschender Pointen und allesamt selbst getextet und komponiert. Mit einem Songmix aus Rock ‘n’ Roll bis Pop, Heavy Metal bis Volksmusik und Schlager bis House rocken die Twens den Saal.“ In ihrem zweiten Programm beleuchten Hannes, Jannis, Luki, Sebi und Uli den ganz normalen Alltag zwischen Speed-Dating, Metrosexualität und shoppingwütigen Freundinnen, wünschen sich die Hippies samt Woodstock zurück und weihen in acappellyptischen Visionen die Instrumente ihrem Untergang. Hannes Herrmann, Sebastian Hug, Jannis Kirchner, Lukas Luem und Ulrich Stoll gründeten „High Five“ im Jahr 2006 und haben seit dieser Zeit schon auf namhaften Kleinkunstbühnen brilliert.

Der Song „Dreh die Boxen auf“ scheint dann auch Programm für die Fünf zu sein: „Dreh die Boxen auf! Lass den Fußboden vibrieren! Fühl den Groove! Lass ihn deine Lebensgeister aktivieren!“ Es mag am Alter oder der Tagesform von mir gelegen haben, dass die Lautstärke des Abends als gewöhnungsbedürftig empfunden wurde. Offensichtlich war es nicht nur die Aussteuerung, sondern die Lautstärke war genau so gewünscht. Die Bässe donnerten durch den Saal und ich sehnte mich nach einigen Momenten von ruhiger A-Capella-Musik. In den Augenblicken, in denen die mundgemachte Musik ein wenig weniger verstärkt wurde, war dann auch ich wieder versöhnt.

Die Lebensgeister werden bei „High Five“ garantiert geweckt!

Thomas Moser –BerLi-Press

http://www.highfiveacappella.de

http://www.ufafabrik.de/de/index.php

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Zwei Krawatten – „Eine echte Berliner Revue“

Mai 3, 2012

Berlin-Neukölln, April 2012 Im Heimathafen Neukölln kann der Zuschauer eine weite Reise antreten, die stimmungsvoll von Berlin nach Amerika geht. Die Zuschauer erleben, was zwei Krawatten in ihrer Folge so alles anrichten können und werden in die verlorene Sentimentalität der 20iger Jahre versetzt.

Das musikalische Revue-Sprech-Tanz-Theater von Georg Kaiser, mit der Musik von Mischa Spoliansky, erlebte am 5. September 1929 im Berliner Theater seine Uraufführung. Damals spielte Hans Albers die Rolle des Kellners Jean, dessen Leben in der musikalischen Zeitreise einige Turbulenzen erlebt.

Heute bringt der Heimathafen eine echte Berliner Revue mit Lust und Schwung auf die Bühne. Dabei scheut man sich nicht, professionelle Kunst und lebendige Laienspielfreude zu kombinieren. In der jetzigen Inszenierung wird der Kellner Jean mit einer temperamentvollen Energie überzeugend von Vlad Chiriac dargestellt. Jean wird von der reichen amerikanischen Büchsenfleisch-Erbin Mabel in das Leben der Mächtigen und Reichen „entführt“. Mabel wird dargestellt von der knuffigen Bärbel Bolle, die viele Jahre auch am Deutschen Theater Berlin tätig war. Das Berliner Mädel Trude will aber ihren Jean nicht so einfach aufgeben und es beginnt eine turbulente Reise nach und durch Amerika. Die Berliner Trude wird grandios, lebendig und liebevoll detailreich von Funny Rose interpretiert. Berliner Herz und Lebensfreude kann man dieser einmaligen Schauspielerin ansehen, die als drittes von fünf Kindern eines Berliner Bäckermeisters geboren wurde. Besondere schauspielerische Leistungen können Alexander Ebeert bescheinigt werden, der facettenreich in die vielfältigsten Rollen schlüpft. Dem gesamten Ensemble kann zugerufen werden, dass sie die Berliner Revue fabelhaft repräsentieren.

Spaß kommt auf, wenn die etwas älteren Girls der Stepptanzgruppe „Berliner Spätlese“ ihr Publikum als Matrosen und Brautjungfern zum Rasen bringen. Die vier Frauen kennen sich seit 40 Jahren; im Jahr 2000 gründeten sie dann ihre Tanzgruppe. Seit dieser Zeit sind sie mit viel Spaß und Spielfreude auch in Produktionen der Volksbühne Berlin und des Maxim Gorki Theaters anzutreffen gewesen. Aber das besondere I-Tüpfelchen setzt als Showband „The Incredible Herrengedeck“. Mit Kontrabass, Gitarre, Klavier und eigener Spielleidenschaft jazzen oder bluesen sich die Musiker in die Herzen der Zuhörer.

Das Stück könnte nach meinem Geschmack an der einer oder anderen Stelle etwas knackiger und kürzer sein. Aber Langeweile kommt nie auf. Kitsch, Klischee und manchmal etwas Peinlichkeit passen zu diesem alten, aber längst nicht verstaubten, Musiktheater wie die Faust aufs Auge. Die Grenzen zwischen Schillers Glocke, Nietzsche, Titanic-Romantik, Dinner for one und der YMCA-Kultur verschwimmen und kumulieren sich zu dem „Es wird schon geh´n“- Finale.

Der Schauspieler Jaecki Schwarz, als Hallenser „Polizeiruf 110“ -Kommissar Schmücke immer gerne gesehen, verfolgte entspannt und amüsiert der Premiere. Das Publikum war begeistert und feierte stürmisch die Künstler.

Dem Heimathafen ist es gelungen, dass die Berliner Revue-Tradition mit „Zwei Krawatten“ lebendig und beliebt bleibt.

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)

Spieltermine „Zwei Krawatten“ im Mai 2012:

Mittwoch, 09. Mai > 20:00 Uhr

Donnerstag, 10. Mai > 20:00 Uhr

Freitag, 11. Mai > 20:00 Uhr

Sonntag, 20. Mai > 18:00 Uhr

Köstliches Klavier-Kabarett-Konzert: „Duo luna-tic“

April 20, 2012

Berlin-Tempelhof, 19. April 2012 Man nehme einige Schlager und Chansons, ein Klavier, verschiedene Sprachen, zwei unterschiedliche Frauen mit viel Temperament, erstklassige musikalische und schauspielerische Qualitäten und mixt das Ganze: Fertig ist das „Duo luna-tic“.

Die echt Berliner Schnauze Claire und die eher feinere französische Dame Olli schenken sich auf der Kabarett-Bühne der ufa-Fabrik nichts, wenn sie zu ihrem Klavierakrobatikliederkabarett-Abend einladen. Claire ist die waschechte Berlinerin aus Spandau, die deftig und heftig das Publikum mitreißt. Die feingeistige Mademoiselle Olli ist der passende zweite (vornehme) Latschen an ihrer Seite. In die Rolle der Göre Claire ist Judith Bach geschlüpft, die tatsächlich eine gebürtige Berlinerin ist. Olli ist die gebürtige Bernerin Stéfanie Lang. Heute leben die beiden Künstlerinnen in der Schweiz. In ihrer Programmankündigung heißt es „Zusammen bilden die beiden Sängerinnen, Pianistinnen und Komödiantinnen als „Duo luna-tic“ jedoch mehr als nur ein eingespieltes Team. Dazu hüpfen und tanzen sie als Claire & Olli bisweilen hochvirtuos – und legen zwischendurch schon mal so manche Pausen ein, in denen man sich so seine Gedanken macht. Vorrangig natürlich über das, was seit Menschengedenken den meisten Diskussions- und Sprengstoff liefert: die Liebe!“

Ihre Künste sind schon mehrfach preisgekörnt und es ist faszinierend, wenn die exzellenten Sängerinnen ihre Stimmen erklingen lassen und in Schweizerdeutsch, Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und natürlich auch Berlinerisch Pop-Klassiker und Chansons singen. Sie präsentieren Schlager von Willi Kollo, Pop-Klassiker von den Beatles und Gianna Nannini und Chansons von Edith Piaf und Jacques Brel. Ihr aktuelles Varieté- und Comedy-Programm „Obladiblada“ bietet alles, was das Herz begehrt.

Abwechslungsreich, temperamentvoll und romantisch geht es auf der Bühne zu und man hofft, dass der Abend kein Ende findet. Am Klavier verschmelzen vier Hände zu einem instrumentalen Gesamtkunstwerk. Das Publikum (selbst das etwas „drögere“ Berliner Publikum) wird mitgerissen und kann gar nicht anders, als vergnügt dem Treiben der zwei quirligen Schauspieltalenten zu folgen.

Ein „Verdauungslied“ für Liebeskummer („Ich will einen Mann“), oder „Nehm se´n den Alten“, flotte Sprüche („Ich bin die Claire und brauch keinen Klaus“) und zur Krönung „Wochenend und Sonnenschein“ und der „kleine grüne Kaktus“: Kurz gesagt „Musik mit Herz und Schnauze!“ Ein abwechslungsreicher hochkarätiger musikalischer Abend mit viel schauspielerischer Spielfreude und erstklassigem Gesang. Das Publikum ist begeistert und bedankt sich mit jeder Menge Applaus. Versprochen, beim nächsten Mal „luna-tic“ in Berlin bin ich wieder dabei!

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://duo.luna-tic.net

Do-Sa · 19.-21.4.2012 · 20:00 Uhr · 15,-/12,- € Ort: Wolfgang Neuss Salon

Kiezgeschichten aus dem Kiez

April 6, 2012

Berlin-Tempelhof, April 2012 Die sprechende Echse erobert die Tempelhofer ufa-Fabrik und präsentiert einen „Echt Berliner Mix“ an Kiezgeschichten. „Die Echse“ ist der Comedian und Puppenspieler Michael Hatzius, der als „Jens Schirmer“ durch den Abend führt. Die Kunstfigur „Jens Schirmer“ sorgt sich als durchgeknallter Brandschutzbeauftragter um das Wohl der Besucher. Als Klugscheißer, Esoteriker, Choleriker und Moderator führt er witzig, bissig und unterhaltsam durch den Abend und präsentiert die weiteren Kiezgeschichten-Gastgeber auf der Bühne. In die Tempelhofer Kulturoase hat Michael Hatzius drei Künstlerkollegen mitgebracht.

Nils Heinirch hat den Leuten aufs Maul geschaut, Alltäglichkeiten beobachtet und mit spitzer Feder zu Papier gebracht. Nils Heinrich entfacht ein wahres kabarettistisches Wort-Witz-Gewitter. Immer atemloser wird der Künstler, wenn er so richtig in Schwung gekommen ist. Die Fränkischen Nachrichten schreiben passend: „Nils Heinrich besitzt einige im zeitgenössischen Kabarett selten gewordene Gaben, nämlich echten Humor, Mutterwitz und die aus innerer Überlegenheit gespeiste Gabe zur Selbstverspottung, die einen eigentlich erst recht befähigt, auch über andere und das Leben generell zu spotten und zu lästern.“ So hat Nils Heinrich auch sein druckfrisches Buch „Irgendwo muss man ja wohnen“, mit spritzigen Kurzgeschichten und anderen Überraschungen, mitgebracht.

Anton Grübener hat seinen ganz eigenen Humor. Der „Vortragskünstler der neuen alten Schule“ macht den Humor aus der Zukunft, der sich nicht immer ganz leicht und schnell erschließt. Er sagt selbst von sich: „Seine staksige, leicht psychotische Bühnenfigur bedient kaum eine der üblichen Publikumserwartungen.“ Es gibt bei dem Wortspieler keinen roten Faden, sondern wie er sagt eher einen „roten Teppich“. Sein langsamer, aber fein-bewusster Humor spricht von der Frühlingsdepression und den praktischen Vorteilen, wenn man aus einer Mücke einen Elefanten macht.

Jens Heinrich Claasen´s Welt ist das Klavier und der spöttige Gesang. Die etwas verklemmte Bühnenfigur geht auf die Bühne, damit er nicht alleine ist („Oh, ist der süüüüüüüß“ fordert der Künstler vom weiblichen Publikum ein). Jens Heinrich singt den Tine-Wittler-Song (für RTL-Muffel: die „Dicke“, die als RTL-Wohnexpertin „Einsatz in 4 Wänden“ präsentiert) und träumt nur davon, dass er Künstler mit einem Bausparvertrag und einer 40-Stunden-Woche wird. Claasen sucht einfach nur Kontakt: „Egal ob Mann oder Frau, ich möchte einfach nicht mehr alleine sein.“

Die Krönung des Abends ist dann zweifelsohne „Die Echse“, wenn sie –kunstvoll zum Leben erweckt von Michael Hatzius– die Bühne und das Publikum erobert. Die fast menschengroße Echse zeigt den Zuschauern, wie eine Puppe erst so richtig lebendig wird. Es stört kein bisschen, dass Michael Hatzius immer zu sehen ist, weil er schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahrgenommen wird und das Publikum in die Echsenwelt versinken kann. Da klingt es dann fast liebevoll, wenn „Die Echse“ das Publikum veräppelt: „Ich habe Tinnitus im Auge, ich sehe nur Pfeifen!“ Anrührend komisch und lebensnah verzaubert die Echse das etwas dröge Tempelhofer Publikum am Premierenabend.

Ein schöner Kiezabend mit abwechslungsreichen und interessanten Gästen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.michaelhatzius.com

http://www.nils-heinrich.de

http://www.anton-gruebener.de

http://www.jensclaassen.de

http://www.ufafabrik.de

BERLINERLEBEN: Bunt und schrill in der Neuköllner Oper

April 5, 2012

Berlin-Neukölln, 15. März 2012 Pariser Leben in Berlin? Wie lässt es sich besser darstellen, als in einem bunten und schrillen Musiktheater der Neuköllner Oper: „BERLINERLEBEN“. Und alles unter dem Motto „freizügig nach Offenbach“, genauer gesagt frei nach Jacques Offenbach, der als französischer Komponist mit deutschen Wurzeln als Begründer der modernen Operette gilt.

In Berlin ist alles anders und alles ein bisschen verrückter. Das Stück der Neuköllner Oper nimmt witzig, bissig und lebendig das Berliner Szeneleben und touristisches Erlebnisverlangen auf die Schippe. So wollen die gut betuchten Reisenden bei ihrem Kurztrip wirtschaftlichen Gewinn und Großstadtflair pur inhalieren. Gerade in Schönefeld gelandet und schon sucht man das Berliner Leben. Da freut sich Omar, auf den Punkt gebracht und lebendig dargestellt von Janko Danailow, und seine schrille Kreuzköllner Clique! Der Berliner Szene-Held verkauft den Aufenthalt in der maroden Abriss-WG als High-End-Traumhotel. Der Blick ist dabei passgenau auf die Geldbörse von Alexej, überzeugend gespielt von Clemens Gnad, und auf das Hinterteil von Natascha gerichtet. Natascha, schauspielerisch und gesanglich beachtlich von der Sopranistin Sarah Papadopoulou interpretiert, stürzt sich in die Shoppingwelt und will, wie ihr Mann, in der Nacht den besonderen Flair der Großstadt einatmen. Aber es kommt alles anders…

Bei jedem Stück ist man auf den besonderen Bühnenaufbau in der Neuköllner Oper gespannt. Auch jetzt ist Bühne und Ausstattung in seiner Schlichtheit ein Hingucker! Auf der runden Drehbühne geht es wild zu. Ob als Kofferband am Flughafen oder als WG-Quartier mit Javamöbeln: die Bühne von Michael Köpke unterstützt die Dramaturgie des Stückes. Als Dramaturg hat der künstlerische Leiter der Neuköllner Oper, Bernhard Glocksin, mal wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Das abwechslungsreiche Musiktheater ist rundum gelungen. Das Ensemble konnte durchweg überzeugen, auch wenn die nächtliche Clubkönigin Rosetta, schauspielerisch gut dargestellt von Maria Jamborsky, gesanglich hinter den Erwartungen zurückblieb. Da hilft es auch nicht wirklich, wenn die Verruchtheit von Hildegard Knef an einigen Stellen Pate stand. Schauspielerisch gut sind die Szenen mit der Tätowiererin und dem Friseur gelungen. Eine besonders zu erwähnende Leistung kann Susanne Szell vorweisen, die in mehreren Rollen schauspielerisch glänzte und gesanglich brillierte. Das Premierenpublikum war aus dem Häuschen! Das dreiköpfige Orchester, unter bewährter musikalischer Leitung von Hans-Peter Kirchberg, setzt die vielfältigsten Klanginstallationen erstklassig um. BERLINERLEBEN hat durchaus etwas von einem Klassiker, den man noch in vielen Jahren wieder ausbuddeln könnte. Das rundum gelungene Stück von Hendrik Müller (Idee und Regie), Barbara Rucha (Arrangements und Kompositionen) und Kriss Rudolph (Text) wird jetzt erstmal den ganzen April im Haus an der Neuköllner Karl-Marx-Straße gespielt.

Das BERLINERLEBEN lässt keine lange Weile aufkommen. Die Texte sind auf den Punkt gebracht und es wurde der Berliner Szene gut auf das Maul geschaut. In wenigen Sequenzen gehen die Wortspielereien etwas in Klamauk über. Die Gesamtbeurteilung des Stückes fällt jedoch, ohne Wenn und Aber, rundum positiv aus. Wer sich vergnügen will, ansprechende und qualitativ hochwertige Unterhaltung sucht und alt hergebrachte Bahnen auch mal verlassen will, der ist in der Neuköllner Oper mit dem BERLINERLEBEN gut aufgehoben. Na dann, viel Spaß beim BERLINERLEBEN!

Thomas Moser –BerLi-Press

www.neukoellneroper.de

„FÜENF“-A-cappella-Musiker mit Stimmgewalt und viel Witz

März 29, 2012

Berlin-Tempelhof, 28. März 2012 Auf ihrer Deutschlandtournee sind sie in die Tempelhofer ufa-Fabrik gekommen: die temperamentvollen „FÜENF“-A-cappella-Musiker. Das Premierenpublikum ist in guter Stimmung und begeistert sich für die Songs der Musiker aus Schwaben. Als Beschreibung für ihre Stilrichtung haben sich die Sänger „A-Capolla-Pep“ gesetzt. Auf ihrer „Phase 6“ – Tour überzeugen die Sänger mit eigenen witzigen Texten, mit einer gut abgestimmten Bühnenperformance und vor allem mit fünf erstklassigen Männerstimmen. „Phase 6“ bezieht sich auf das 6. Album und der Hoffnung der Gruppe, nach einem bereits siebzehnjährigen künstlerischen Schaffen, auf eine „Wiederbegegnung mit dem 6. Element: dem Publikum.“

Die Musiker kommen in der ufa-Fabrik sehr gut an, wenn sie heitere und ernste Themen musikalisch auf die Schippe nehmen. Für Instrumente ist kein Platz auf der Bühne; die Gruppe erzeugt ganz alleine mit ihren Mündern einen vollen Sound. Ob Kontrabass, E-Gitarre und Trompete: Es ist erstaunlich, was für ein Klangvolumen die umtriebigen Vokalkünstler mit ihrer selbst gemachten Musik erzeugen. Die Dieter-Bohlen-Superstar-Hymne „Denn vor allen Dingen, können wir nicht singen“ (den Schuh müssen sich die FÜENF wirklich nicht anziehen!) kommt genau so gut an, wie der witzige und stimmgewaltige „Major Tom“ oder die Hommage auf Roger Wittacker. Das besondere Highlight war dann aber der Hit-Mix mit „Horst“: Die Zuschauer erfahren bei dem Song, dass man ´Liebe´ gut mit ´Horst´ austauschen kann…!? Das Publikum lacht viel und singt, für Berliner Verhältnisse, begeistert mit! In der Programmankündigung heißt es: „Diese FÜENF versuchen nicht krampfhaft gechillt zu sein und dabei gleichzeitig verdammt stylish aufzutreten.“ … und das ist auch gut so!

In dem Musikprogramm kommen alle Sänger, in ihren speziellen Einzigartigkeiten, auf ihre Kosten und können ihre Qualitäten und Künste unter Beweis stellen. Ob als Cowboys, italienische Lover oder Versager („Wo ein Wille ist, ist auch ein Abgrund“): Die fünf Jungs sind einmalig! Die Texte sind sehr unterhaltsam und keineswegs platt, sie sind bissig, aber nicht verbissen! Das Wichtigste sind aber bei A-cappella nun einmal die Stimmen. Und diese Klangwerkzeuge von den FÜENF verzaubern die Zuhörer und versetzten sie in eine sechsdimensionale Musikwelt. Ein lustvoller musikalischer Abend mit Pfiff und Stimme, bei dem auch das Publikum voll und ganz auf seine Kosten kam!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.fuenf.com

Udo Lindenberg auf Tour: „Ich mach mein Ding“

März 20, 2012

Berlin, 19. März 2012 Udo Lindenberg ist auf großer Rock `n` Roll-Tour durch Deutschland. Das Motto der Tour 2012 ist ganz Udo-spezifisch: „Ich mach mein Ding.“ Und wenn Udo Lindenberg sein Ding macht, dann macht er es richtig! Sein spektakuläres Konzert ist eine perfekte Rock ´n` Roll-Show mit einer grandiosen Inszenierung.

Udo Lindenberg schwebt in die ausverkaufte O2-World mit einem großen Zeppelin ein. Mit 13.000 Zuschauern ist die Event-Halle fast bis zum letzten Platz ausverkauft. Ein Zusatzkonzert findet wiederum vor ausverkauftem Haus am 22. März statt (Restkarten noch erhältlich/siehe auch gesonderten Hinweis unten).

Udo Lindenberg schlägt vom ersten Song an beim Publikum ein. Die Fans sind ganz aus dem Häuschen. Sie lieben Udo und Udo liebt seine Fans! Schon beim Odysee-Opener zeigt der Rockmusiker, dass er an diesem Abend alle Register ziehen wird. Bei seiner Musik hat er sowieso eine reichliche Auswahl von bekannten und geliebten Liedern. Aber auch das Drumherum der Show stimmt! Eine riesige Leinwand mit abwechslungsreichen kreativen Video-Animationen und eine erstklassige Licht- und Lasershow werden von einigen künstlerischen Besonderheiten eingerahmt. Helge Schneider unterstützt Udo bei einem Song mit seinem Saxophon.

Udo Lindenberg will seinen Fans nah sein. Da hilft ihm der lange Laufsteg vor der Bühne. Aber Udo will mehr! Eng umrungen von seinen Fans geht er durch die Halle, stets darauf bedacht, dass sein legendärer Hut nicht irgendwelche Geheimnisse lüftet. Auf einer kleinen Zusatzbühne angekommen, trifft er bei „0-Rhesus-Negativ“ den seilschwingenden Vampir. Das gefühlvolle „Sie spielte Cello“ interpretiert Udo live mit Clueso. Seine Fans mögen diese MTV-unplugged-Version mit dem jungen Künstler sehr. Optisch elegant wird der Cello-Auftritt eingerahmt von einer Artistin in einer schwebenden gläsernen Kugel.

Udo Lindenberg macht sein Ding! Und dabei ist es für ihn immer wichtig, dass er politisch bleibt. Sein Engagement gegen Rechts ist dem Künstler ein besonderes Herzensanliegen: „Sie brauchen keinen Führer“. Mit einigen Kindern stellt sich der vielseitige Künstler die Frage „Wozu sind Kriege da?“ und verurteilt die aktuellen Terror-Regime dieser Welt.

Udo Lindenberg tanzt elastisch wie eh und je. Seine Beine rotieren elastisch und manchmal wirft er sich auch mit vollem Körpereinsatz auf die Bühne. Legendär ist das Kreisen im hohen Bogen mit dem Mikrofon am Kabel, das er dann wieder mit lockerer Hand auffängt. Die große dunkle Brille nimmt Udo oft ab. Die Fans hängen dem nuschelnden Udo förmlich an den Lippen, wenn er mit leicht gestülptem Mund seine Geschichten vom Leben und der Liebe erzählt. Udo Lindenberg hat deutsche Texte in der Rockmusik erst möglich gemacht. Das „Mädchen aus Ost-Berlin“ und der „Sonderzug nach Pankow“ fehlt genau so wenig, wie seine Kuschel-Liebesballaden „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ und „Horizont“.

Das Panikorchester, liebevoll von Udo „Grufti-Kapelle“ genannt, bringt erstklassige Rockmusik auf die Bühne und die weiblichen Gesangsunterstützungen überzeugen die Zuhörer.

Nach einer fast dreistündigen einmaligen Rockshow gönnt sich Udo noch ein Eierlikörchen, bevor er in seinem Luftschiff die Fans verlässt.

Ein Abend mit deutscher Rockmusik vom Feinsten und einer wunderbaren Show, die wie Blitz und Donner auch in den anderen großen Städten einschlagen wird!

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)

 Hinweis zum Berlin-Zusatzkonzert am 22. März 2012: Da Udo Lindenberg mehrfach für den „Echo“ nominiert ist, wird das Zusatzkonzert erst ab circa 21 Uhr beginnen. Vorher (ab 20.15 Uhr) wird der „Echo“ auf einer großen Leinwand in der O2-World übertragen…und dann geht die Show los!

Peter Kraus & Co: Krankenkassen-Präventionsprogramm mit Hüftschwung

März 9, 2012

Rock ‘n’ Roll der Spitzenklasse im Admiralspalast

Berlin, 8. März 2012 Der Admiralspalast rockt von der ersten Minute an. Der deutsche Oldtimer der Rock´n´ Roller, Peter Kraus, tourt durch rund 40 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Berliner Admiralspalast, den der Sänger an drei Abenden füllt, ist sein Publikum grenzenlos begeistert. Der Sänger und Schauspieler ist 2012 mit seiner Revue „Für immer Jeans“ unterwegs und schafft es, dass selbst betagte Senioren zu fast wilden Fans werden. Wenn jugendliche Leichtfüßigkeit einen Namen hätte, dann kann der heute noch getrost mit Peter Kraus verbunden werden. Die Münchener Presse schrieb über den Mann, den man sein Alter nicht ansieht: „Er ist der Glücklichmacher (nicht nur) für Tutti Mutti.“ Der Entertainer zeigt eine perfekte Show, zu der er auch das erste Mal seinen Sohn Mike Kraus mitgebracht hat. Mike macht seit einigen Jahren seine eigene Musik und kann in der Zeitreise den jungen Peter authentisch darstellen.

Der Hüftschwung von Peter Kraus ist legendär und wird auch heute noch von ihm ohne jede Mühe eingesetzt. Das jung gebliebene Publikum im Durchschnittsalter von 70+ ist glücklich. Das Versprechen von Kraus „Nach der Show fühlt ihr euch 20 Jahre jünger“ wurde erfüllt! Schon nach dem ersten Song sind die Besucher begeistert.

Peter Kraus, eigentlich Peter Siegfried Krausnecker, ist 1939 geboren und noch immer „fit wie ein Turnschuh“. Ob „Tutti Frutti“, „Wenn Teenager träumen“, „Sugar Baby“ oder Peter Kraus als „Tiger“, es ist ihm immer die reine Freude anzumerken.

Das Teenageridol der 50iger Jahre wurde als der deutsche Elvis gefeiert, aber auch von der damaligen Presse als „Heulboje“ und „Schluck-auf-Junge“ verspottet. In einem Interview erzählt Peter Kraus: „Also für mich war das natürlich persönlich eine große Ehre, denn Elvis hat mich quasi inspiriert. Er war der Ideengeber, das Gleiche zu versuchen in Deutschland, wie er in Amerika. Aber der Begriff ´deutscher Elvis´ war damals keine Auszeichnung, denn auch Elvis wurde in seiner Anfangszeit als Kulturschande und als Albtraum bezeichnet.“ Peter Kraus hat in sehr viel hochkarätig besetzten Filmen mitgespielt und als „netter Junge von nebenan“ im Duett mit Conny Froboess Musik gemacht. Die musikalischen Schnulzen von Peter Kraus kann das Publikum begeistert mitsingen.

Ein besonderer Leckerbissen der Show ist der österreichische Rock´n´ Roll-Meister Andy Lee Lang. Als wilder Rocker bearbeitete er in allen Positionen das Piano. Das Publikum war aus dem Häuschen!

Aber auch die „All Star Band“ und die „Moonlight Dancers & Sugarbabies“ konnten überzeugen. Die Musik wurde perfekt musikalisch umgesetzt. Die Tänzerinnen und Tänzern präsentierten in athletischer und anmutiger Form prachtvoll ihr Können! Als weiterer Special Guest war die Musicaldarstellerin Barbara Endl in vielfältigen Rollen Bestandteil der „Grossen Peter Kraus Revue 2012“.

Am Ende der Show wurde auch im Saal getanzt. Die Krücken und Rollatoren konnten in der Ecke landen und, zumindest gedanklich, wurde der Rock ‘n’ Roll mit Überwurf getanzt. Peter Kraus hat den Krankenkassen seiner Gäste sicherlich den nächsten Arztbesuch erspart und ein wenig Jungbrunnen geschenkt! Einen altersbedingten Mitleidsbonus hat Peter Kraus gar nicht nötig, denn er überzeugt immer noch mit seiner perfekten Leistung. Eine grandiose Show, die wie eine Bombe eingeschlagen ist! Oder wie es trocken eine ältere Besucherin ausdrückte: „Dit war richtich jut! Peter, komm bald wieder!“

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.peterkraus.de

GRIPS-Theater: „Frau Müller muss weg“ – Eine Komödie oder auch ein bisschen Realität?

Februar 5, 2012

Berlin-Tiergarten, 4. Februar 2012 Kinder und Schule, das kann für Lehrer und Eltern sehr anstrengend sein! Die meisten Lehrer und Eltern wissen vermutlich, was damit gemeint ist. Das GRIPS-Theater hat die Komödie „Frau Müller muss weg“ für Erwachsene auf die Bühne gebracht, die den Stress in der Zeit zum Übergang auf die Oberschule beleuchtet.

„Schafft es mein Kind aufs Gymnasium?“ Diese Frage beschäftigt besonders viele Eltern, die „nur das Beste“ für ihre wohlbehüteten pubertierenden kleinen „Monster“ wollen. Hier nun soll die wahre Übeltäterin, die Klassenlehrerin Frau Müller, die Klasse abgeben, damit ihre Kinder auf jeden Fall eine Gymnasialempfehlung erhalten. Fünf entschlossene Eltern sitzen auf Kinderstühlen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, dem Feind ins Auge zu sehen.

Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der anwesenden Eltern überzeugt. Die Klassenlehrerin Frau Müller sieht es naturgemäß anders. Frau Müller kann sich dann doch nicht mehr beherrschen. Die Mutter von Lukas, Marina, ist entsetzt, als es bei Frau Müller ausbricht: „Der ist nicht hochbegabt, sondern ein klarer Fall von ADS, da können sie auch die Fachlehrer fragen.“ Das lassen sich keine Eltern gerne sagen und schon gar nicht in dieser Art: „Eine Frau, die so abfällig über ihre Schüler spricht, ist untragbar.“ Und es kommt, wie es kommen musste: Der Konflikt eskaliert!

Die unterschiedlichsten Elterntypen treffen aufeinander und es zeigt sich bald, dass sie sich untereinander doch nicht so Grün sind, wenn es um ihre eigene „Brut“ geht. Aber auch „Ossi-“ und „Wessi-“ Biografien und Empfindlichkeiten treffen hautnah aufeinander. Bei den turbulenten Wortwechseln ist das Publikum begeistert. „Wundert mich überhaupt nicht, wenn dein Kind verkorkst ist“, sagt die resolute Elternsprecherin Jessica zu Marina, die erst vor Kurzem mit der Familie aus Köln zugezogenen ist.

Als man dahinterkommt, dass die Noten doch nicht so schlimm sind, wie erwartet, können sich liebende Eltern jedoch ganz flexibel zeigen. Pragmatismus oder das Festhalten an Prinzipien, das ist hier die Frage. Die Wortführerin Jessica hat die Situation schnell erkannt: „Aber wir sind doch auch manchmal sauer auf unsere Blagen.“ Theater wäre nicht Theater, wenn es nach dieser Wendung nicht noch eine wundersame Überraschung gäbe. Das Ganze wird dann noch von Eltern-Beziehungsproblemen der unterschiedlichsten Art garniert.

Das Premierenpublikum ist begeistert! Ein unterhaltsames Theaterstück und eine grandiose Besetzung. Alle Schauspieler verkörpern ihre Rolle perfekt! Ob Eltern oder Lehrer im Publikum, jeder fühlt sich an eigene grausame Elternabende erinnert. Die Schauspieler Katja Hiller, Alessa Kordeck, Nina Reithmeier, René Schubert, Regine Seidler und Roland Wolf haben eine glanzvolle spielerische Leistung abgeliefert. Das Grauen der eigenen Elternabende hat etwas an Dramatik verloren.

Die Komödie über einen Elternabend der Klasse 6b, von Lutz Hübner unter Mitarbeit von Sarah Nemitz, wurde schon in 14 deutschen Theater inszeniert. „Bei Kindern hört der Spaß auf!“ meint der Autor Hübner. Nun hat sich das Berliner GRIPS-Theater an den komischen Stoff, mit deutlich erkennbarem Realitätsbezug, herangewagt. Der Überredungskunst des neuen GRIPS-Leiters Stefan Fischer-Fels ist es zu verdanken, dass der bekannte Filmregisseur, Sönke Wortmann, am beliebten Berliner Kinder- und Jugendtheater erstmals Regie führt. Wortmann ist selbst Vater von drei Kindern und weiß nur zu gut über die Eigendynamik von Elternabenden.

Elternabende als komisches Theater, das ist hier exzellent umgesetzt worden: Wenn es nur nicht so ernst wäre!

Thomas Moser –BerLi-Press

http://www.grips-theater.de

Rio Reiser…und er lebt doch!

Januar 14, 2012

Berlin-Schöneberg, 14. Januar 2012 Alle sind gekommen, zu dem „König von Deutschland“! Rio Reiser, eigentlich Ralph Christian Möbius, wäre vor einigen Tagen 62 Jahr alt geworden. Der Sänger und Haupttexter der Band „Ton-Steine-Scherben“ war künstlerisches Multitalent, setze seine Karriere nach Auflösung der Band als Solokünstler fort und ist vor 15 Jahren verstorben. Seit einem Jahr hat der Künstler seine letzte Ruhestätte auf dem „Alten St.-Matthäus Kirchhof“ gefunden.

Gerhard Moses Heß hat im Rahmen der Reihe „Salon finovo“ auf den Friedhof an der Großgörschenstraße am S-Bahnhof Yorckstraße eingeladen, um mit Wegbegleitern und Freunden an den Poeten Rio Reiser zu erinnern. Der Schirm des Veranstalters wies den Weg zur Führung. Zuerst ging es zum Grab. Gerhard Heß erzählte über Rio Reiser und gemeinsam wurde, mehr schlecht als recht, der Song „Übers Meer“ angestimmt: „Sing ein Lied für den Ozean, sing ein Lied übers Meer…So viele Tage und so viele Stürme müssen vergehen, dann wir werden uns wiedersehen“. Rio Reiser lebt auch noch heute! Seine bekannte Ballade „Junimond“ wurde beim aktuellen Musikwettbewerb „The Voice of Germany“ von Lisa Martine Weller interpretiert: „Es ist vorbei, bye bye Junimond…doch jetzt tut´s nicht mehr weh“.
Rio Reiser hat mit „Keine Macht für Niemand“ und „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ erheblich Einfluss auf die Linken Achtundsechziger gehabt. Nun liegt er auf dem historischen Friedhof, wo viele Persönlichkeiten, wie beispielsweise Rudolf Virchow und Jacob und Wilhelm Grimm, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Seit Jahren kann man hier interessante Grabsteine und fantasievolle Grabgestaltungen, besonders für homosexuelle Menschen, bewundern.
Der Bruder von Rio, Gert Möbius, erzählt, dass die ursprüngliche Grabstätte auf einem Hof in Fresenhagen/Nordfriesland war. Mit einer Sondergenehmigung der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis (Gert Möbius: „Wir hätten ihn auch so da begraben und hatten schon ein Grab ausgehoben“) und diversen Auflagen konnte Rio in der Gegend vom Emil-Nolde-Museum seine Ruhe finden. Aus finanziellen Gründen musste der Hof verkauft werden und so ist auch Rio in seinen Heimatkiez Schöneberg umgezogen. In der St. Matthäus-Gemeinde wurde der Sänger getauft und seine Eltern waren hier fest verwurzelt. Gert Möbius erzählt davon, dass in Berlin ein neues Rio-Reiser-Museum und -Archiv aufgebaut werden soll. Er hofft, dass noch Ende des Jahres die Eröffnung des Museums gefeiert werden kann.
Der urige Schauspieler Steffen „Shorty“ Scheumann (früher Steffen Schult; Filmproduktionen u.a. Männerpension und Sonnenallee) las unveröffentlichte Texte von Rio Reiser. So erzählte er von seiner „guten Kinderstube“ und machte sich Gedanken über Eifersucht bei Hunden und Menschen. „Shorty“ las auch noch einen Textentwurf für Gitte Haenning.
Vom beliebten „TV-Noir“-Programm im Heimathafen Neukölln bereicherten Christoph „Tex“ Drieschner und Daniel Roth musikalisch den kalten sonnigen Nachmittag. „Halt dich an deiner Liebe fest“ und „Zauberland ist abgebrannt und brennt noch irgendwo“ wurden hingebungsvoll mit Gitarre und kraftvollem Rio-Gesang dargeboten. Ein Ohrenschmaus, der für die Veranstaltung ein besonders runder Rahmen war.
Im Salon Finovo im „Café Finovo“ am Eingang vom Alten St. Matthäus-Kirchhof finden von Gerhard Moses Heß und dem Förderverein EFEU regelmäßig Führungen statt: „Literatur-Musik-Gespräche über Leben und Sterben und Menschen, die Geschichte(n) schreiben“. Die nächste große Führung findet am 11. Februar (14 Uhr) statt. Da wird das neu restaurierte Mausoleum des europäischen Eisenbahnkönigs Strousberg besucht und im Anschluss gibt es im Café eine Lesung.
Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)
Förderverein EFEU: http://www.efeu-ev.de
Alter St. Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstr. 26, 10829 Berlin: http://www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/alter-st-matthaeus-kirchhof