Archive for April 2011

„Oktopus-Varieté“ hat den Anker im Heimathafen Neukölln geworfen!

April 24, 2011

Berlin-Neukölln, Ostern 2011 Das Neuköllner Kiez-Theater „Heimathafen“ begründet eine neue Varieté-Tradition: das „Oktopus-Varieté“. Deta, Hacki und Ria Grün haben sich vom Varieté der früheren Chamäleon-Mitternachtsshow inspirieren lassen. Das „Oktopus-Varieté“ versammelt große und kleine Stars: „Der Geist innovativer Varietéshows erfüllt die Berliner Theaterluft mit einer frischen Brise! Ahoi im Wunderland!“

Die Premierengäste wurden im großen Saal vom Pianisten Klaus empfangen, der mit alten Berliner Weisen, Barmusik und anderen musikalischen Impressionen die Wartezeit für die Gäste überbrückt. Dann geht es los, die neue Mitternachtsshow, die aber im Laufe des Jahres nicht nur um Mitternacht stattfinden wird. Jede Show wird irgendwie anders werden. Heute begrüßt Conférencier Robert das Publikum mit gedrehten Wortspielereien. Die „Beets“ zeichnen mit Gitarre, Banjo, Mandoline, Akkordeon, Bass und Gesang den unterhaltsamen musikalischen Rahmen des Abends. Erfrischend ist dabei der Sound der Westernmusik, der die Band bei mehreren Songs beeinflusst hat. Lustvolle Musik, die Spaß macht! Drei Stunden kurzweilige Unterhaltung folgen. Clownereien und Slapstick begleiten die Umbaupausen zwischen kunstvoller Vertikalseilakrobatik, Trapeztanz und Gesang von Ria Grün. Ria Grün ist die gute Fee, die in den vergangenen Jahren im Circus der Bar 25 das „Amüsemong Underground Varieté“ organisiert hat.

Der junge Jongleur Fabio wirft tanzend Keulen und Stäbe in die Luft, der Clown zeigt wunderbare Seifenblasenkünste (Chapeau!) und Frieda jumpt mit Hula-Hoop-Reifen zu den Klängen von „Born to be wild“ über die Bühne. Das Programm ist immer wieder mit vielen Höhepunkten gespickt. Die Ausführungen der einzelnen Acts werden kunstvoll zelebriert und sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Einfach kurzweilige Unterhaltung! Rixdorf hat halt mehr als nur Musike zu bieten. Auch Tanzdarbietungen, vom modernen Bauchtanz bis zur erotischen Enthüllungsdarbietung, für Jeden ist etwas Passendes dabei.

Die Mitternachtshow und die Bar 25 gibt es nicht mehr. Aber das Berliner Varieté lebt lustvoll im Neuköllner Heimathafen weiter. Das Motto lautet: „The Show must go on! Die Anker sind geworfen!“ „Oktopus Varieté“ verspricht einmalig zusammengestellte, unwiederbringliche und spritzige Shows. Mit dem großen Osterspektakel ist das Varieté im Heimathafen Neukölln glücklich angekommen! Herzlichen Glückwunsch!

Thomas Moser – BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.heimathafen-neukoelln.de

Weitere Termine:

Noch im April: 23.4.2011 um 20 und 24 Uhr, 24.4. um 18 Uhr

September: 16.9.2011 um 20 Uhr, 17.9. um 20 und 24 Uhr, 18.9. um 18 Uhr

November: 28.11.2011 um 20 Uhr, 29.11. um 20 Uhr, 30.11. um 20 Uhr

Dezember: 1.12.2011 um 20 Uhr, 3.12.2011 um 20 und 24 Uhr

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Jazzig, schrill und durchgeknallt: Helge Schneider

April 1, 2011

Helge Schneider auf Tournee in Berlin

Berlin-Mitte, 31. März 2011 Der Ausnahmemusiker Helge Schneider gastiert mal wieder für über drei Wochen im Berliner Admiralspalast, um sich damit seinen Jahresurlaub zu verdienen.

„Buxe voll!“ heißt das Programm und wie immer hat bei Helge Schneider der Titel gar nichts mit dem wirklichen Programm zu tun. „Buxe voll“ hätte auch gut „Hose leer“ heißen können. Das Programm ist immer „unberechenbar“. Sicher kann man nur sein, dass da wo „Helge“ draufsteht, auch wirklich „Helge Schneider“ drin ist. Das vorwiegend jüngere (oder sich so fühlende) Berlin-Premiere-Publikum ist bei Helge aus dem Häuschen.

Die begleitenden Musiker sind alles Meister ihres Instrumentes, was man besonders bei den Soli bewundern kann. Mit von der Partie sind diesmal „Gitarreiro Sandro Giampietro“, der „gewiefte Willi Ketzer“ am Schlagzeug und der „unverbesserliche Rudi Contra Olbrich“ am Bass. Der bärtige Sergej Gleithman springt vereinzelt auf der Bühne rum und „Teekoch Bodo“, als Lakai des großen Meisters, darf Helge Schneider wieder während der ganzen Show bedienen. Seinen Tee trinkend, plaudert, labert und erzählt Helge, was ihm so gerade einfällt. So ist zumindest der Eindruck. Ohne diese Spontaneität scheint sich Helge Schneider nicht wirklich wohlzufühlen.

Musikalisch überzeugt Helge Schneider mit seiner Musik. Egal wie die Titel lauten und die Texte absurd und hintersinnig sind, die Musik ist einfach genial und ein kleines Kunstwerk…auch ohne „Katzenklo.“ Das Publikum weiß nie so richtig, ob es „verarscht“ wird oder ob es sich um Kunst handelt. Bei „Texas“ bearbeitet er mit vollem Körpereinsatz den Flügel und führt eigenwillig übertriebene Bewegungstänze auf. „100.000 rote Rosen“ wird als schnulziger Liebesong dahergeträllert. Mit schwarzem Anzug, der bekannten langen Haarpracht und einem roten Einstecktuch präsentiert der Meister seine Show. Manchmal fühlt man sich an einen Kindergeburtstag mit „Onkel Pelle“ erinnert. Helge besingt „Hast du eine Mutter, dann hast du immer Butter!“ und andere Absurditäten.

Wie „Balu der Bär“ präsentiert der Musiker seinen neuen „gesellschaftskritischen“ Song vom Schönheitschirurgen. Das wundervolle Gitarren- und Schlagzeugsolo wird vom Contra-Baß und dem trompetenden Schneider abgelöst. Helge Schneider ist auf allen Instrumenten zu Hause und zeigt diese Lust an Musik auch auf der Bühne. In e-Moll stimmt Helge auf der Gitarre gefühlvoll „Impressionen“ an und bei „Devil go, Devil come“ zupft er eine spanische Musikeinlage, die dann wiederum in den „Baby-Born-Blues“ übergeht. Mit dem „Meisenmann“ singt sich Helge unauslöschlich in die Herzen der Fans.

Helge Schneider kämpft immer wieder mit dem Mikrofonkabel und ab und an fällt er wundervoll in ein Udo Lindenberg-Genuschel. Der Meister ist genial und „ga-ga“ zugleich; die Grenzen sind fließend. Seine Stimme setzt der Musiker stimmungsvoll ein. Der Künstler treibt die Absurdität auf der Bühne auf die Spitze. Das Multitalent ist halt eine Laberbacke mit einem krankheitswerten Musiker-Virus.

Helge Schneider ist großer Entertainer, genialer Musiker und Quatschkopf. Und immer sieht man bei dem großen Künstler seine Triebfeder: das „Kind im Manne.“

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Foto: Till Oellerking

Helge Schneider mit „BUXE VOLL“ noch bis zum 24.4.2011 im Admiralspalast