Archive for Februar 2011

Kasernenton in Berlin oder „Zum Brüllen komisch“: Ausbilder Schmidt

Februar 26, 2011

Berlin, 23. Februar 2011 Der Profi-Comedian „Ausbilder Schmidt“ findet schon seit Jahren seine Fans, wenn er als Bundeswehrsoldat das Publikum beschimpft und fertigmacht: „Morgen ihr Luschen!“ Das fast ausverkaufte Berliner Comedy-Theater von Didi Hallervorden stellt einen passenden Rahmen für seine Kasernensprüche im vierten Soloprogramm dar.

In jüngster Zeit bekommt Holger Müller, alias „Ausbilder Schmidt“, seinen Programmnachschub in Sachen Bundeswehr auf einem silbernen Teller präsentiert. Das aktuellste Thema kann „Ausbilder Schmidt“ genüsslich ausschmücken, wenn es um den Versuch einer Doktorarbeit des bundesdeutschen Verteidigungsministers „von und zu“ geht. Der „Plagiator“ bekommt dann konsequenterweise sein Fett weg.

„Ausbilder Schmidt“ ist 1968 bereits als „Ausbilder Schmidt“ geboren worden, kann Geschichten von Waldorferfahrungen und den Eltern aus der Hippiegeneration erzählen. Besonders die erste Reihe in den „Wühlmäusen“ wird von Anfang an in sein derbes Spiel mit deutlichen Worten einbezogen.

Schmidti erzählt aber auch von seinen Erfahrungen als Privatmensch im französischen Restaurant, wo er mit seinem Panzer vorgefahren ist oder von seinen noch durchgeknallteren Brüdern Hector, dem „Killerfriseur“, und „Clemens von Arte.“ Einen weiteren Einblick in sein Leben gibt es, wenn der wortgewaltige Drillmeister Familienstorys vom Sohn „Ruck-Zuck“ erzählt. So fährt er gerne mit seinem Filius in den Freizeitpark „Luschi-World.“ Der Spruch des Abends ist für Ausbilder Schmidt, dass er „Holland besetzt“. Schmidts Einsatzzentrale ist Köln und somit kann er von der herzlichen Nachbarschaft mit den Holländern erzählen, wie er mit Panzer und Wohnwagen einen Coffeeshop besuchte.

Nach der Pause wird das Publikum vom Künstler direkt im Saal mit dem Megafon angemacht. Und das ist genau das, was sein Publikum mag.

Besonders liebt es „Ausbilder Schmidt“, wenn das Publikum so richtig mitgeht und ihn selbst auf die Schippe nimmt. Den Feldpost-Fragen, von den Gästen an den Künstler, nimmt er sich dann besonders an und kann dabei spontan und witzig parieren.

Schmidti ist aber auch als Babysitter, als Zauberer und im Namen des demografischen Wandels unterwegs, wenn er Rentner nach Holland schicken will. „Ausbilder Schmidt“ erzählt von seinem Arztbesuchen beim Urologen, seiner Reise durch die Blutbahn, um seine langsamen Spermien in Bewegung zu bringen (diese Luschen!) und von seinen Besuchsvorstellungen im Himmel.

Neben seinen Verbalattacken, die man Ausbilder Schmidt nicht übel nehmen kann, brilliert er bei Tanzeinlagen und besonders bei den Doubledarstellungen: Didi, Peter Maffay, Mario Barth, Rüdiger Hoffmann und als absolute Krönung Herbert Grönemeyer. Neben seinen Tagebuchgeschichten lässt er sich zu guter Letzt noch als Schlagerfutzi mit Bärchen und anderen schlüpfrigen Sachen bewerfen.

Beeindruckend und sehr ernst spricht dann der zivile Holger Müller auch seinen kürzlichen Besuch bei Bundeswehrsoldaten in Afghanistan an.

Mit „Zum Brüllen komisch“ hat Ausbilder Schmidt sein Publikum überzeugt: „Reden ist luschig, brüllen ist Gold“. Das Publikum johlt über die Sprüche des Ausbilders und spielt seine Spielchen gerne mit. „Ausbilder Schmidts“ Stärken sind dabei, dass er oftmals nicht politisch korrekt ist (das darf nur Ausbilder Schmidt), kalauert, was das Zeug hält und drastisch und makaber die zivile und die Bundeswehr-Welt auf den Arm nimmt. Also, Ausbilder Schmidt ist eigentlich ganz normal, halt nur zum Brüllen komisch. Ein sehr vergnüglicher Abend mit Schenkelklopfgarantie!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

 

http://www.ausbilder-schmidt.de

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Turbulentes türkisches Familientreffen mit Volksliedern

Februar 20, 2011

VOLKSMUND – Eine Familienfarce mit Volks(lied)gut im Heimathafen Neukölln

Berlin-Neukölln, 20. Februar 2011 „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,“ steht in der Ankündigung für das neue musikalische Volksstück VOLKSMUND vom Heimathafen Neukölln. Aus Krankheitsgründen musste die Premiere verschoben werden; aber jetzt warten alle sehnsüchtig, dass der Saal endlich geöffnet wird. Die Zuschauer kamen tatsächlich erst kurz vor dem Beginn in die große Spielstätte, wo für das türkische Familienfest vom alten Onkel Behzad schon alles angerichtet war.

Türkisches Familientreiben und eine Menge deutscher und internationaler Volkslieder: Kann das gut gehen? Die Antwort fällt einem nach der Vorstellung sehr leicht: Ja, es geht sehr gut. Mehr noch, die zwei Elemente sind hier zu einer faszinierenden multikulturellen Symbiose geworden!

Die Bühne ist für das kleine dreiköpfige Orchester freigehalten, dass zu Beginn musizierend den Saal betritt und immer wieder auch als Bestandteil des Ensembles mitwirkt. Der halbe Saal vor der Bühne wird für das Schauspiel freigehalten. Auf einem großen Podest steht ein gedeckter Tisch, wo sich in Kürze die Familie zum Treffen einfinden wird. Ein großer Sessel wird für den reichen Onkel reserviert und die Kellnerin wartete schon hinter der Bar.

Onkel Behzad eröffnet mit einigen Krückstockschlägen das Spiel. Die Nichten und Neffen könnten unterschiedlicher nicht sein. Eines treibt aber alle, mehr oder weiniger stark ausgeprägt, an: dass die angekündigte Überraschung des Onkels für alle ein finanzieller Befreiungsschlag sein möge! Alle fünf Jahre ist dieses Treffen Familienbrauch: „Auf die Familie!“ wird mit Onkel Behzad angestoßen.

Das neue Neuköllner Volkstheater präsentiert eine stimmige seichte Handlung, hintergründige Märchen und stimmige Volksweisen. Musikalisch beeindruckend ist Sängerin Begüm Tüzemen, die mit ihrer goldenen Stimme als Nilay „Die Forelle“ besingt und auch schon in der Neuköllner Oper zu überzeugen wusste. Der unbedarfte Kreuzberger Pizzabäcker Ufuk „Gino“ singt hingebungsvoll mit Nilay das Lied vom „Schwesterlein.“ Zum Liederreigen gehören auch Lieder wie das französische „Padam, Padam“, der italienische Gassenhauer „O Sole mio“, der deutsche „Harung jung und schlank“ oder türkischer Langgesang. Die musikalischen Interpretationen haben aber nichts mit angestaubter Volksmusikkultur zu tun! Die Pianistin Sinem Altan, alias Sibel, beeindruckte immer wieder mit ihrem kraftvollen, einfühlsamen Anschlag und einer wunderbaren Virtuosität.

Die extrovertierte Peri, mit norddeutsch-türkischen Wurzeln, will den Onkel von ihrer Version eines sanften Fischroboters überzeugen. Aufschneider Timur, mit hessischem Dialekt, präsentiert riesige Baupläne, obwohl die Schuldner ihm schon im Nacken sitzen. Das Ringen um die Gunst des Onkels geht beinahe nicht gut aus. Die angekündigte Überraschung ist dann für die Verwandtschaft und auch für das Publikum erstaunlich. Im musikalischen Finale kann noch mal bei „Time of my life“ die stimmliche Qualität der Sänger bewundert werden. Der Ensembleleistung kann ich nur meine große Anerkennung zollen.

Ein lebendiger deutsch-türkischer Volksschwank mit Hintersinn und vielfältigen musikalischen Leckerbissen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Mitwirkende: Sinem Altan (Sibel – Piano), Sinan Al-Kuri (Timur), Özgür Ersoy (Aydin), Çetin Ipekkaya (Behzad Orman), Fabian Martino (Ufuk “Gino”), Baris Öztürk (die Kellnerin), Mustafa Sarisin (Arif), Sascha Ö. Soydan (Peri), Begüm Tüzemen (Nilay)

Regie Nicole Oder CO-AUTORIN Elisabeth Tropper

Musikalische Leitung Sinem Altan Ausstattung Wiebke Meier

Dramaturgie Hülya Karcı, Elisabeth Tropper

Maske und Ausstattungsassistenz Brigitte Schima

Eintritt: 15,- Euro / erm. 13,- Euro

> Tickethotline: 030. 61 10 13 13

> VVK im Heimathafen Neukölln Büro

> Karl-Marx-Straße 141, Vorderhaus, 3. Stock

> Info 030. 56 82 13 33

> http://www.heimathafen-neukoelln.de

Weitere Spieltermine: 20.2., 27.-29.3.2011 jeweils 20 Uhr

CHANGEMAKERS – Vokalkünstler verzaubern die Neuköllner Oper

Februar 18, 2011

WirWebWeltveränderer – ein Vokalspiel

Berlin-Neukölln, 17. Februar 2011 Weltveränderer erstürmen die Studiobühne der Neuköllner Oper! In der Ankündigung wird das Vokalspiel von Jiří Adámek (Text) und Ondřej Adámek (Musik) so angekündigt: „Changemakers ist eine aus Blogs, Chats und Websites zusammengestellte Collage origineller und originaler Texte, montiert zu einem vokalen Spiel zwischen Sprache, Rhythmus und Gesang.“ Aber was verbirgt sich hinter der Vokalcollage dieses deutsch-tschechischen Projektes? Ein Feuerwerk von Lauten, meist leise und manchmal fast hysterisch, versetzt das Premierenpublikum in die Welt der virtuellen Changemakers: Yes, we can – change the world!

Die Studiobühne verwandelt sich in eine einzigartige Spielstätte, in der von jeder Ecke her mit Geräuschen, Stimmen und Lauten gerechnet werden muss. Zwei Zuschaueremporen sind sich zugewandt angeordnet, die Schauspieler hört man erst Laute formen, dann erscheinen sie in irgendeiner Ecke der Klangbühne.

Die Münder des Ensembles formen Laute, Klänge und Sprache. Stottern geht in Gegacker über, um dann von melodischen Wortfetzen abgelöst zu werden. Die Schauspieler sind allgegenwärtig: vor, hinter und im Publikum. Die Weltverbesserer, eifrigen Fairtrade-Aktivisten, einsame Blogger genauso wie die esoterischen Schwärmer, sehen die Welt in Gefahr und wollen den blauen Planeten mithilfe des Internets retten.

Die akzentuierten Sprachgestaltungen werden durch Meditations- und perfekten Tai Chi-Passagen ergänzt. Reinkarnationsansätze, Rückführung und eurythmische Aspekte sollen die Welt ein Stück besser machen. Es wird die Energie im Wasser gesucht, Agonie geht in aufgeregtes Treiben und Kreischen über und gleichförmige Worte bilden lange Wortketten. Das „Nicht“ wird eindrucksvoll intoniert und gestikuliert. Sprache geht dann in Jugendsprache und Rapmusik über. Die weltweiten Weltverbesserer schaffen aus babylonischer Sprachverwirrung und perfekter Sprachgestaltung ein virtuoses Kunstwerk der Stimmen! Die künstlerischen Leistungen von Samia Dauenhauer, Magdalena Ganter, Anna Kubelik, Dominik Stein und Jan Uplegger waren eine wahre Freude.

Der preisgekrönte tschechische Theaterregisseur und Autor Jiří Adámek und sein Bruder, der Komponist Ondřej Adámek (Unesco-Stipendiat 2002), sind mit dieser Koproduktion der Neuköllner Oper und jedefrau.org (Tschechien) erstmals in der Neuköllner Oper vertreten. Gefördert wurde Changemakers durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, die Friedrich Naumann Stiftung und dem Regierenden Bürgermeister (Senatskanzlei/Kulturelle Angelegenheiten).

Changemakers ist ein typisches und doch einzigartiges Studiobühnenstück der Neuköllner Oper. Hier wird jetzt nicht die leichte Muse präsentiert. Aber neben Esoterikanhängern haben sicher die Menschen eine große Freude an dem Vokalstück, die Sprache, oder besser gesagt die Stimme, lieben und diese Kunst in einer einzigartigen Präsentation miterleben wollen.

Die Neuköllner Oper geht mal wieder neue Wege…und das ist auch gut so!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Spieldauer circa 70 Minuten ohne Pause

Inszenierung: Jiří Adámek

Ausstattung: Andrea Nolte

Choreographie: Zuzana Sýkorová

Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Spieltermine: 17., 19. und 23. Februar, 3.-6., 10.-13., 18., 23. und 30. März sowie 13./14. April 2011, 20 Uhr

– Gastspiel in Prag Anfang Mai

Karten: 9,- bis 21,-; Vorbestellung unter 030 / 68 89 07 77, tickets@neukoellneroper.de

www.neukoellneroper.de

Last Commander Standin‘ – Die Rockshow aus Berlin

Februar 18, 2011

Berlin-Tempelhof, 16. Februar 2011 Hier kam er an – nach Tempelhof kehrt er zurück: Commander Jack Chickenhunter. Mit dem Fallschirm ist Jack direkt auf der Bühne der ufa-Fabrik in Tempelhof gelandet. Und wenn Jack kommt, dann kracht und rockt es heftig! Lautstark kam der Commander mit seiner Rockband „The Allied Forces Music Club“, den „Köpenick Dolls“ und mit „Golden Lizzy.“

Beim gemischten ufa-Fabrik-Publikum haben sich auch viele Fans von Jack & Co eingefunden. Vor dem Auftritt der Musiker wurde das Publikum mit Original Berliner Gassenhauer in den Abend eingestimmt. Davon blieb dann kaum was übrig: Was die Formation hier abgeliefert hat, hat einfach nur gefetzt!

Eingepackt ist die Musikshow in eine Geschichte, dass Commander Jack Chickenhunter von der US-Army den Mauerfall im Bunker unter dem Teufelsberg in Berlin verpasste. Jack musste Wache schieben. Als er mitbekommen hat, dass er nicht mehr gebraucht wurde, antwortete er auf seine ganz persönlichen Weise. Jack blieb in Berlin und gründete das „Vier-Mächte-Orchester“ und entdeckte die alte Berliner Musik. Jack und seine Jungs bieten englischsprachige und Deutsch-Berliner-Rockmusik: „Sie erzählen eine abenteuerliche Geschichte über Liebe, Vergesslichkeit und die Wiederauferstehung Berliner Heimatklänge im Rock ’n’ Roll.“

Bei der „Last Commander Standin‘-Rockshow“ wird Jack (Steve Seitz) von drei Grazien gesanglich begleitet. Die temperamentvolle Sängerin Gundula Axinia, als Goldelse von der Siegessäule, sowie Annette Steinkamp und Susanne Bauer sind die wunderbaren gesanglichen Stützen des Abends.

In der ufa-Fabrik kann man mit dieser Band den wahren Rock ’n’ Roll erleben: Da brennt die Hütte! Mit „Einmal geht diese Zeit vorbei“ oder den „Berliner Jungs“ der Schöneberger Sängerknaben, erfüllt Jack und seine Crew eine Mission. Er will Berlin mit dem Rock ´n´ Roll versöhnen! Jack und Else bieten mit rockigen Stimmen eine echte Berlin-Revue im Rock-Format. „Wer schmeißt denn da mit Lehm?“ oder „Es muss was Wunderbares sein“ dringt die rockige Show in die Herzen der Zuhörer. Auch der „Mann mit dem Koks ist da“ und „Bolle“ werden einzigartig rockig präsentiert.

An den Gitarren überzeugt Harry Findeisen (sein Hüftschwung hätte Elvis neidisch gemacht), Ralf LeeMan, mit seinem virtuosen Spiel, und der wilde Bassmann Torsten Schulz (ein Bassist der sich wirklich bewegt). Die Trommeln bearbeitet der Berliner Lello Hansen. Alle Bandmitglieder haben einen bewegten musikalischen Lebenslauf, der mit jedem Ton auch zu spüren ist.

Commander Jack Chickenhunter und seine Rock ´n´ Roller sind echte musikalische Berlin-Botschafter: Laut, fetzig, authentisch und kein bisschen angestaubt!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.last-commander.com/

Mi-Sa 16.-19.2.2011, 20:00 Uhr, 19,-/15,- €

Ort: Varieté Salon – ufaFabrik Tempelhof Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin

Direkt am  Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

Murat Topal – Die Dritte!: „MultiTool – Der Mann für alle Fälle“

Februar 3, 2011

Murat Topal – Die Dritte!: „MultiTool – Der Mann für alle Fälle“

Berlin-Tempelhof, 2. Februar 2011 Der Comedian Murat Topal hat in der Premiere sein neues Programm „MultiTool“ mit viel Witz und Power präsentiert. Es ist mittlerweile das dritte Soloprogramm, indem er sich als „Mann für alle Fälle“ präsentiert.

Erneut war die Tempelhofer ufa-Fabrik die ganz persönliche Premierenbühne des Ex-Polizisten. Auf dieser Bühne begann 2005 für Topal die Comediankarriere. Mittlerweile ist Murat Topal auch im Fernsehen, zum Beispiel auch bei Anne Will und in der Action-Comedy-Serie „Spezialeinsatz“ präsent.

Murat Topal bekennt freimütig, dass er an seinem neuen Programm noch bis in die letzte Nacht gefeilt hat. Kurz und knapp sei schon vorab verraten, dass der Künstler mit „MultiTool“ seinen Erfolgsweg fortsetzt. Diesmal sind es mehr die Alltagsgeschichten, die im Vordergrund stehen. Es geht um die alltäglichen Anforderungen und Überforderungen des modernen Mannes zwischen Windel und Smartphone. Seine kleinen Kinder lernt man kennen und der eigene Vater spielt als Vermittler bei den 1. Mai-Krawallen eine Rolle. Über Hausbauleid und Urlaubsfreud mit Lutz und Susi gibt es unendlich viel zu erzählen. Taxifahrer-Trauma arbeitet der drahtige Topal auf, zeigt den Rapper als Chirurgen und der Ur-Berliner Pasulke übt den Yoga-Sonnengruß in zwölf Schritten. Eine Geschichte aus seinen Polizeizeiten hat er dann doch noch parat. Mit seinem Kumpel hat er Deutschland in Stockholm bei den „World Police and Fire Games“ vertreten. Internationale Verstrickungen und kulturelle Erlebnisse waren dabei vorprogrammiert. Das internationale Sprachgefühl lässt ungeahnte Fähigkeiten von Murat Topal sichtbar werden. Die Kinder sind dann auch Trilingual mit deutsch, türkisch und schwäbisch –letzteres von seiner Frau- bestens aufs Leben vorbereitet.

Seine Paraderollen hat der sportliche Berliner in seinen vorzüglichen und vergnüglichen Tanz- und Verwandlungseinlagen. Mein aufrichtiges Kompliment für diese vielseitigen brillanten Darbietungen! Seine Bauchtanzkünste sind ja schon legendär. Murat darf nie auf diese Elemente verzichten, weil sein Körpereinsatz ein Garant für abwechslungsreiche Unterhaltung ist.

Sein Lampenfieber ist unverkennbar. Das kennt man auch von den bisherigen Premieren. Vorweg sei empfohlen, dass man sich dieses Programm nochmal später anschauen sollte. Dann kann man nur staunen, wie es sich fortentwickelt und verändert hat. Jetzt macht Topal keinen Hehl daraus, wenn es zu kleinen Holpern kommt und die eine und andere Pointe nicht wie erhofft ankommt. Murat Topal improvisiert bei solchen Gelegenheiten gekonnt und bleibt charmant und sympathisch er selbst. Kleiner Tipp am Rande: Die eine und andere Geschichte kann etwas gekürzt werden.

Drei Wochen probiert sich Topal noch in der ufa-Fabrik mit seinem neuen Programm aus. Meine dringende Empfehlung: „Nüscht wie hin!“

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.murattopal.de

Ab März 2011 im Handel sein neues Buch: „Neukölln – Endlich die Wahrheit“ be.bra Verlag

www.ufafabrik.de

Spieltermine: Mi-So, 2.-20.2.

Beginn: Mi- Fr, 20 Uhr, So,19.30 Uhr Eintritt: Eintritt: 19, erm. 15,- Euro

Im Theatersaal der ufaFabrik Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin

Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30