Archive for August 2009

„Feuerblumen und Klassik Open Air 2009“ im Britzer Garten

August 30, 2009

Spätsommer in Berlin-Britz. Tausende von Menschen strömen aus allen Himmelsrichtungen auf das Erholungsgelände der Bundesgartenschau von 1985. Der Britzer Garten im Süden von Berlin hat zum 11. Mal zu „Feuerblumen und Klassik Oper Air“ eingeladen. Dieses Jahr heißt das Thema „Verdi Zauber“.

Vollgepackt mit Picknickkörben und Campingstühlen, die auf Bollerwagen, mit Sackkarren oder „Rentner-Rollis“ auf das Gelände transportiert werden, erobert das vom Alter sehr gemischte Publikum die beliebte Parkanlage. Der Berliner an sich mag Spektakel dieser Art, wo er auch Bouletten und Sekt mitbringen darf. Das Feuerwerk mit klassischer Musik hat mit 12.000 Zuschauern einen festen Platz im Eventkalender der Berliner gefunden und sich damit neben den anderen großen Feuerwerksspektakeln in der Hauptstadt fest etabliert. Bei herrlichem Sonnenschein eroberten die Feuerwerk- und Klassikfans schon am frühen Nachmittag die Wiese auf der Anhöhe vor der Bühne am See. Die 5.000 Sitzkarteninhaber konnten sich mehr Zeit lassen, da ihre reservierten Stühle direkt vor der Bühne sicher waren. Auf der Wiese war schon kaum noch ein Durchkommen, als ein Platzregen die Besucher überraschte. Der Abend blieb dann trocken und wurde aber etwas kühler, was den hartgesottenen Berlinern aber das Vergnügen nicht verderben konnte. Den Wiesenbesuchern bereitet es alljährlich ein besonderes Vergnügen, dass Rufe nach suchenden Personen auf einmal über die ganze Wiese erklingen. So wird die Wartezeit bis zum Konzertbeginn auch nicht langweilig.

Im Vorprogramm stimmte der Tenor Claudio Martino mit einem Bündel bekannter Klassiker, wie zum Beispiel „O Sole Mio“, die Gäste auf den Abend ein.
Im Hauptprogramm konnte mit „Verdi Zauber“ das Berliner Konzert Orchester mit seinen rund 40 Musikern und der Berliner Konzert Chor mit 40 Mitwirkenden unter Leitung von Jan Olberg seine Magie mit italienischen Opern verströmen lassen. Unterstützt von den wunderbaren Solisten Yvonne-Elisabeth Friedli (Sopran), Daniel Kim (Tenor) und Friederike Meinel (Mezzosopran) gelang es, dass Tausende von Zuhörern sich den wunderbaren Klängen der Ohrwürmer von Nabucco, La Traviata, Aida, Rigoletto und Il Trovatore hingaben. Für die Moderation war als Medienpartner der beliebte Moderator Jürgen Jürgens von radioBERLIN 88,8 auf das Festgelände gekommen. Ein redseliges Mitglied des Chores gab kurzweilige Erläuterungen zu den Hintergründen der Verdi Texte ab. Der Chor durchquerte nach der Pause mit Fackeln zum „Triumphmarsch“ aus Aida die Zuschauerreihen. Die Leistungen aller beteiligten Künstler konnten beeindrucken und fügten sich zu einem runden Gesamtkunstwerk.
Zur Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel wurde mit äußerster zeitlicher Präzision und Synchronisation das festliche Höhenfeuerwerk von der „potsdamer feuerwerk GmbH“ über dem See hinter der offenen Bühne gezündet.

Wunderbare Feuerblumen zeichneten den Nachthimmel über dem Britzer Garten.

Die Zuschauer hatte viel Spaß und erholsame Stunden und freuen sich auf die 12. Veranstaltung von „Feuerblumen und Klassik Oper Air“ am 21. August 2010. Der Vorverkauf beginnt am 1. Dezember 2009. Dieses Jahr war die Veranstaltung schon Wochen vorher ausverkauft. Daher sollte man nicht zu lange mit dem Kauf der Karten warten, zumal ja auch Weihnachten wieder vor der Tür steht.
Thomas Moser –BerLi-Press ( http://www.berli-press.de ) für http://www.lichtenrade-berlin.de
Der Link zum Britzer Garten: http://www.gruen-berlin.de/britz/index.php

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Neuköllner Oper: REFERENTINNEN – Geschichten aus der zweiten Reihe- oder …

August 14, 2009

Sommertheater in Berlin – „Besser als Wahlkampf“

Zur Wiederaufnahme von REFERENTINNEN ist die Neuköllner Oper zu Gast in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin-Mitte, in unmittelbarer Nachbarschaft des politischen Machtzentrums gegenüber vom Deutschen Theater.

Dem großzügig offenen Neubau der Heinrich Böll Stiftung wird durch die Inszenierung von Matthias Rebstock und der Interpretation durch das Ensemble „Ieitundlause“ mit dem musikalischen Sing-Schauspiel REFERENTINNEN kraftvoll junges Leben eingehaucht.
Der Besucher ist Bestandteil einer Pressekonferenz, die im barocken Ambiente eines Regierungsschlosses stattfindet. Er kann bei den umtriebigen REFERENTINNEN das Spiel um Macht, Konkurrenz und Intrigen erleben. Ewige Konferenzen, Monotonie und Stumpfsinn, das ist das Los von hysterischen und sarkastischen REFERENTINNEN aus der zweiten Reihe der Politik.

Das Ensemble bringt die unterschiedlichen Facetten des Alltags mit Komik und Slapstick, James Bond Einlagen und kindischem Spiel, sprachlicher Jonglage und viel Spielfreude auf die Bühne. So erfährt man auch von der „Philosophie“ der Büroklammern und kann den Flamenco nach dem „Kugelschreiber-Klick“ erleben. Es geht aber auch um Grenzen und Grenzverletzungen, Schuld und Bauernopfer für „Fehler“.
Historischer Tanz, Volksmusik, Zirkusmusik, lateinische Kirchengesänge, Liedermachersong („Wenn es kalt wird in Berlin“) und körperbetonte Punkmusikeinlagen meistert das Ensemble „Ieitundlause“ mit ihren ausgebildeten Stimmen und einer kraftvollen und vielfältigen Schauspielkunst. Die Sopranistin Astrid Kessler stellt mit viel Dynamik und stimmlicher Brillanz klassische Musikwerke grandios in die barocke Schlossumgebung. In der Ankündigung heißt es treffend: „Die Musik greift diese barocke Spannung zwischen Prunk der Macht und Jenseitssehnsucht auf und spannt von hier aus einen weiten Bogen, von barocken Passionsmusiken über die melancholische Ausgelassenheit, von Balkanmusik bis hin zu neu und schräg arrangierten (Punk- )Songs.“

Besonders gelungen ist REFERENTINNEN dann, wenn das Haus der Heinrich Böll Stiftung in das Spiel mit der Akustik einbezogen wird. Multimediale Akzente unterstreichen die Arbeit der Schauspieler. REFERENTINNEN ist eine gelungene Ensembleleistung mit vielen guten Mitwirkenden. Die realpolitisch satirischen Anteile sind von den Textern Tilmann Rammstedt und Matthias Rebstock ideenreich umgesetzt worden.
Der bei der Premiere der Wiederaufnahme REFERENTINNEN anwesende Kulturstaatssekretär Andre Schmitz hat sich sichtlich amüsiert und konnte sicher auch Ähnlichkeiten mit der politischen Wirklichkeit feststellen. Der Vertreter der Heinrich-Böll-Stiftung bezeichnete das Stück als Sommertheater in Berlin und „Besser als Wahlkampf“. Gute gehobene Unterhaltung mit leichtfüßigem Tiefgang!

Thomas Moser -BerLi-Press (http://www.berli-press.de) für http://www.lichtenrade-berlin.de

Künstlerisches Leitungsteam

Inszenierung, Text: Matthias Rebstock Text: Tilman Rammstedt

Musikalische Einrichtung: Knut Jensen Bühne, Kostüm: Sabine Hilscher Bühne/Projektionen: David Reuter, Sabine Beyerle Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Ensemble

Sabine Hilscher, Irmtraud Horstkotte, Astrid Kessler, Deborah Klein, Ursula Renneke, Bärbel Schwarz, Lydia Starkulla, Mariel Jana Supka

Lukas Fröhlich / Steffen Zimmer: Trompete Christian Fischer / Rob Gutowski: Posaune Janni Struzyk: Tuba

Spieltermine: 13.-16., 20.-23. und 26.-30. August um 20 Uhr -Sonderveranstaltung nach der Vorstellung vom 20. August: .Regietheater in der nervösen Zone. Wie performativ muss Politik sein?

.- Spielort Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Verkehrsanbindung: S1 , S5, S7, U6 Friedrichstraße Karten 20, erm. 10 Euro, Vorbestellung unter 030/68890777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstelle

http://www.neukoellneroper.de http://www.boell.de http://www.leitundlause.de/Home.html