Archive for November 2007

„Hilfe, ich bin glücklich!“ oder Annette Kruhl über die deutsche Leid-Kultur

November 29, 2007

Annette Kruhl philosophiert in ihrem neuen Musik-Kabarett-Programm über Frustmenschen, über die deutsche Leid-Kultur und was die Worte „Mir geht es gut!“ oder „Prima!“ anrichten können. So scheint es doch gesellschaftlich anerkannt zu sein, wenn das Denken „Ich habe Stress, ich bin wichtig!“ vorherrscht. Die Berlinpremiere von „Hilfe, ich bin glücklich!“ in der Tempelhofer ufa-fabrik war ein riesiger Erfolg!

Der temperamentvolle Blondschopf bietet dem Publikum ein abwechslungsreiches musikalisches Programm mit kurzweiligen Wortbeiträgen und Sketchen.

Annette Kruhl kennt keine Tabus. Sie berichtet über ihre Vorliebe für schmutzigen Sex und ihre Abneigung gegen Witze über Merkels Frisur. Auch nimmt sie liebevoll „auf die Schippe“, warum hierzulande promovierte Mathematikerinnen in Sandkästen hocken und Reiswaffeln verteilen, was politisches Kabarett ist und warum wir trotz Überfluss an Kommunikationsmitteln nichts mehr miteinander zu tun haben.

Annette Kruhl interpretiert mit teils schriller, lispelnder oder gekonnt jazziger Stimme ihre Lieder. Normalerweise begleitet sie sich, bei den meist allein geschriebenen Liedern, selbst am Klavier. Bei anderen Songs zeigt die Entertainerin ihr Können bei einer spritzigen Tanz-Choreografie.

Die ostwestfälische Wahlberlinerin ist eine vielseitig begabte Kabarettistin, Autorin, Songschreiberin, Schauspielerin und Sängerin. Ihre Kunstform nennt sie „Kabarettainment“. Annette Kruhl arbeitet auch bei SAT 1 und RTL als Schreiberin von Sketchen.

Zum guten Ende widmet Annette Kruhl als Rapperin dem „Mann von der Technik“ ihren letzten Song. Ein vergnüglicher und ehrlicher Abend, mit vielen schnellen Wechseln, ist den Zuschauern garantiert! Der Besuch lohnt sich!

Thomas Moser -BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

BerLi-Press: www.berli-press.de

Spieltermine: Mi-Sa, 28.11.- 8.12. Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: Mi+Do, 12,- Euro Fr+Sa, 14,-, erm. 12,-Euro
Wolfgang Neuss Salon der ufaFabrik
Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U 6- Ullsteinstraße,Bus:170, N6 und N84
Zuschauer-& Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 http://www.ufafabrik.de

http://www.annettekruhl.de/

http://www.ufafabrik.de/

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Tempo im Tempodrom mit OTTO

November 27, 2007

20.07 Uhr! Der Komiker Otto Waalkes betritt, wie immer zu dieser Uhrzeit bei den Tourneen, pünktlich die Bühne im Berliner Tempodrom. „Otto – das Original“ heißt seine Tour durch Deutschland. Jodelnd betritt der langjährige ostfriesische Ulkstar die Bühne. Zu dem Titel seiner Tournee sagt Otto: „Ich heiße nicht nur so, nein, viel schlimmer: Ich bin Otto – das Original!“

In Turnschuhen, Schlabberhose und seiner bekannten Flügelkappe, die anfangs noch sein wirres und spärliches Haupthaar bedeckt, betritt Otto bei tosendem Applaus die Bühne.

Das Publikum ist eine echte Altersmischung. Vom Kind, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, der „Generation 50 plus“ bis ins hohe Seniorenalter ist das ganze Spektrum vertreten. Bei Otto fällt auf, dass er ohne Mühe Generationen verbindet. „Da geht die ganze Familie noch zusammen hin!“, begeistert sich ein Familienvater.

Otto spielt Märchen, tritt, immer wieder von Werbeblöcken unterbrochen, als Nachrichtensprecher, Fernsehkoch und Robin Hood auf. Der Bühnenkünstler parodiert gekonnt Reinhard Mey, Johnny Cash, Xavier Naidoo, Robbie Williams, Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Rüdiger Hoffmann, Mario Barth und Atze Schröder.

Wer hier herkommt, erwartet nicht viel Neues. Hier will man einfach unterhalten werden, auch mal unter die Gürtellinie gehend, aber immer sehr humorvoll. Otto versteht es, das Publikum einzubeziehen. Es wird herzlich gelacht. Da bleibt kein Auge trocken; in den ersten Reihen bleibt auch die Kleidung nicht trocken!

Als Otto seine Ottifanten unter die Kinder bringt, tummeln sich ungefähr hundert der jüngsten Fans vor der Bühne. Sie sind genauso begeistert wie ihre Eltern, auch wenn sie noch nicht jeden Witz verstehen (müssen).

Otto bezaubert mit seinen witzigen Wortspielereien, den durchaus beachtlichen Parodien und den wunderbaren Grimassen beim „Kleinen grünen Kaktus“. Die mitreißenden musikalischen Einlagen sind immer wieder eine Wonne. Das Zwergen- und Ostfriesenlied, „Im Tal da sitzt das kleine Ottili“, der „Schwamm-drüber-Blues“, Hänsel und Gretel, „Kleiner Friesenjunge“ und zuguter letzt „Dänen lügen sind“ sind seine gesanglichen Darbietungen.

Die Zuschauer sind von dem Komiker und Filmemacher begeistert: „Auch wenn Otto schon vor über 30 Jahren so war, oder gerade deswegen!“ Der Komiker zeichnet sich nach wie vor durch Dynamik, Abwechslungsreichtum und Schnelligkeit aus. Der Zuhörer spürt den Spaß, den Otto selber hat. Dies ist wahrscheinlich sein Geheimrezept.

Thomas Moser – BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

Das nächste Mal kann man Otto am 18. April 2008 um 20,07 Uhr im Tempodrom erleben.

Schön gemachte Website: http://www.otto-waalkes.com/

„Der Sturm – frei nach Shakespeare“

November 11, 2007

Comedy-Theater von Bernd Lafrenz

Bernd Lafrenz ist in der Berliner ufa-fabrik in Tempelhof schon ein bekannter und beliebter Künstler. Nun erstürmt er als Berliner Erstaufführung die Bühnenbretter mit Shakespeares letztem Werk aus dem Jahre 1611.

Der Künstler wechselt alle Rollen des Stückes in bekannter Manier von einer Sekunde auf die Andere. Shakespeare, die verliebte Miranda, der Luftgeist Ariel, der verräterische Bruder Alonso und der sprechende Wurm: Alles kann Bernd Lafrenz überzeugend darstellen. Die Bühneninszenierung, die musikalische Untermalung und die Kostüme sind in ihrer Einfachheit bestechend.

Bernd Lafrenz schafft es in liebenswerter Weise das Publikum an historische Theaterstücke heranzuführen. Mit verständlichen Texten, komisch und theatralisch, begeistert er die gespannten Zuhörer. So hat auch der ungeübte Theaterbesucher die Chance seine Scheu vor Shakespeare zu verlieren. Die Besucher werden auch hautnah in das Gefühl eines Bootes im Sturm einbezogen. Lafrenz ist jedes Stilmittel recht, damit die Zuschauer einen Zugang zu diesen historischen Stoffen erhalten.

Selbst im stürmischen Herbst ist der Besuch von Bernd Lafrenz in der ufa-fabrik immer eine Empfehlung wert.

Geschichte vom „Sturm“: Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand, von seinem Bruder Antonio aus seinem Herzogtum vertrieben, ist zu einem großen Magier geworden, dem Geister der Luft wie der Erde dienen müssen. So sind der geschwinde Luftgeist Ariel und das viehische Ungeheuer Caliban in seiner Macht. Von einer einsamen Insel aus, auf der er mit seiner fünfjährigen Tochter Miranda lebt, erregt er einen gewaltigen Sturm und lässt ein Schiff stranden. Der Tag der Vergeltung scheint gekommen, denn durch den Schiffbruch bringt Prospero seine alten Feinde auf die Insel: nicht nur den verräterischen Bruder Antonio, sondern auch den Mitschuldigen Alonso, König von Nepal, und dessen missgünstigen Bruder Sebastian. Doch auch Ferdinand, der edle Sohn der Königs Alonso, und Gonzalo, der alte, ehrliche Ratgeber, retten sich aus dem Schiffbruch auf die Insel, dazu von dem Hofgesinde der Spaßmacher Trinculo und der betrunkene Kellermeister Stefano. Mithilfe des Luftgeists Ariel bringt Prospero die Gestrandeten in die tollsten Wirren.

Thomas Moser für BerLi-Press –www.berli-press.de für http://www.lichtenrade-berlin.de

Spieltermine: Mi-Sa, 7.11. – 17.11.2007 jeweils 20:30Uhr
Eintritt Euro: Mi + Do 12,-; Fr+Sa,14,-, erm. 12,-
Im Theatersaal der ufaFabrik, Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: 170, N6 und N 84
Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 http://www.ufafabrik.de

http://www.lafrenz.de/

Schottische Kultband in Berlin: RUNRIG

November 11, 2007

Nach zweijähriger Tourneepause gastierte die schottische Folk-Rock-Band RUNRIG wieder in der Berliner Columbiahalle.

Die gesamte Halle war fast bis zum letzten Stehplatz mit Fans gefüllt. Die Einen und Anderen gehörten dabei unverkennbar der „Silberlocken-Fraktion“ an. Geduldig warteten die Fans, in Rauchschwaden gehüllt, auf ihre Kultband mit der gut 30jährigen Karriere. Mit der Symbiose aus gälisch-keltischer Tradition und moderner Pop- und Rockmusik avancierte das Sextett zur führenden Folk-Rock-Pop-Band.

Die Musikliebhaber in der Konzerthalle kamen teilweise aus dem englischsprachigen Raum. Aber auch viele Berliner und Besucher aus dem Umland von Berlin waren angereist. Sie alle lieben schon seit Jahren die sechs Musiker aus dem hohen Norden.

Gleich von Beginn an wurden zu „Everything you see“ schottische Fahnen geschwenkt. Die begeisterten Fans sangen bei fast allen Songs, ob in englischer oder gälischer Sprache, mit. Mit ausgestreckten Armen wurde im Takt geklatscht. Die Konzertbesucher waren begeistert von dieser ehrlichen handgemachten Folk-Rock-Musik. Drei Gitarren, Percussion, Drums und Keyboard als Stamminstrumente wurden bei einigen Liedern um Akkordeon und elektrischen Dudelsack ergänzt. Den besonderen Zauber macht bei der RUNRIG-Musik die ständige Begleitung der akustischen Gitarre aus.

„Unsere Intention ist, mit unserer Musik bei Menschen Emotionen zu wecken, sie anzusprechen und mit ihnen zu kommunizieren“, erklärt einer der Texter, Calum MacDonald, aus der Gruppe.

Besonders bezauberte bei diesem Konzert die Lichttechnik und Lichtführung, die von einigen Filmausschnitten im Hintergrund verstärkt wurde.

Die Stimmung war während der gesamten Länge des zweistündigen Konzerts erstklassig. Auf die nächste Tour von RUNRIG warten die Berliner Fans ungeduldig!

Thomas Moser – BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de im November 2007