Archive for September 2007

Erste Straßenbahn der Welt fährt wieder im Britzer Garten

September 14, 2007

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Nach 20 Jahren Pause hat die „Britzer Museumsbahn Berlin“ den weltweit einmaligen Nachbau der „1. Straßenbahn der Welt“ von 1881 wieder abgestaubt und in Betrieb genommen. Die Schmalspurbahn fährt nun wieder zur Freude von Groß und Klein über die Gleise der Museumsbahn im Britzer Garten.

Der Museumsleiter und Lokführer Gränert berichtet begeistert: „Die Rekonstruktion wurde in guter Zusammenarbeit mit der Firma Siemens möglich. Es ist alles wie beim Original, auch die Größe stimmt hundertprozentig! Bei der Farbgebung habe ich lange mit den Techniker von Siemens rumgetüfftelt.“ So weiß Gränert auch zu berichten, dass um die Jahrhundertwende von 1900 die Straßenbahnen aus Konkurrenzgründen besonders prunkvoll gestaltet wurden. Damals waren noch viele verschiedene Betreiber für die Straßenbahnen zuständig.

1987 wurde der rekonstruierte Triebwagen mit einer feierlichen Einweihungsfahrt auf der damaligen Bundesgartenschau zur 750-Jahrfeier von Berlin der Bevölkerung vorgestellt. Seit dieser Zeit verkehren, fast ohne Unterbrechung, Züge durch die schöne Parkanlage und geben den Passagieren einen ganz anderen Blick auf Blumen, Pflanzen und Bäumen.

„Die Straßenbahn konnte lange wegen der tiefen Wagenfedern nicht mehr eingesetzt werden, da diese Teile teilweise den Boden berührten. Jetzt ist an den Schienen der Rasen gemäht worden.“ erzählt begeistert der Museumsbahnchef. „Ich habe mein Straßen- und Eisenbahnhobby zum Beruf gemacht!“ Sein Alter verrät der rüstige junggebliebene „Pufferküsser“ nicht, sondern deutet verschmitzt nur an, dass er zur „Generation 65 plus“ gehört.

„Vor 20 Jahren, als der Park und die Seenlandschaft aus dem Nichts erschaffen wurde, sah der Garten noch ganz anderes aus. Jetzt hat die Schönheit der Anlage, ohne Fahrräder und Hunde, den vollen Glanz entfaltet,“ berichtet begeistert ein Parkbesucher mit Dauerkarte, der sich auch über den Betrieb der Straßenbahn freut.

Die Straßenbahn fährt in nächster Zeit immer Samstag ab 10 Uhr und pendelt zwischen 2 Stationen (Buckower Damm bis Freilandlabor). Später soll sie auch wieder über weitere Strecken fahren. Der Fahrpreis beträgt für diesen Abschnitt 2 Euro, für Kinder 1 Euro.

Ein Besuch des Britzer Gartens und eine Fahrt mit der Feldbahn lohnt sich immer!

Hintergrundinformation / Straßenbahn-Rückblick:

Die Bevölkerung wunderte sich seinerzeit über dieses „merkwürdige“ Fahrzeug, das sich ohne Pferde und Dampf ganz alleine bewegte. Die Straßenbahn wurde dann aber gerne angenommen, weil sie sich ohne viel Geräusche bewegte. Da zum Beispiel Pferde beim überqueren der Gleise einen elektrischen Schlag bekamen, hat dann später ein Siemenstechniker einen Stromabnehmer für Oberleitung, einen sogenannter „Pantograph“, erfunden. Dieser sogenannte Doppelbügel ist bis heute das Vorbild auch für die modernen Loks und Triebwagen.

Die erste elektrische Straßenbahn sollte ursprünglich als Hochbahn auf Brückenviadukten der Friedrichstraße verkehren. Aus ästhetischen Gründen wurde diese „Seiltänzerbahn“, wie sie der Volksmund nannte, dort dann doch nicht errichtet. Werner Siemens wich dann auf die nicht mehr genutzte Militärbahnstrecke Berlin-Lichterfelde/Ost aus.

Thomas Moser – BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

http://www.gruen-berlin.de/britz/index.php

www.britzer-museumsbahn-berlin.de

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Indisches Rockjuwel in der Tempelhofer „ufa-fabrik“

September 13, 2007

Haben Sie schon mal indische Rockmusik gehört? In der Tempelhofer „ufa-fabrik“ konnte man diesen Genuss am 11. September 2007 erleben.

Traditionell indische Ragas, die klassische Musik Nordindiens, wird vom Star-Violinisten Sharat Chandra Srivastava mit der Musikformation „Mrigya“ in einer einzigartigen Weise mit Elementen von Jazz, Blues und Rock verbunden. Nach einem Auftritt im Rahmen der Eröffnung der Asien-Pazifik-Wochen im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin hat die Formation aus Delhi kurzfristig in der „ufa-fabrik“ einen Gastauftritt bestritten.

In der Programmankündigung heißt es treffend aber eher nüchtern: „Unabhängig von Sprache und Herkunft überschreitet Sharat immer wieder die Normen und Grenzen der Musikstile und entwickelt eine ganz eigene virtuose Klangwelt, die vielen Musikbegeisterten weltweit zugänglich ist.“

Sharat spielte seine Violine wie ein „Teufelsgeiger“ und auch die Gitarren- und Bassläufe begeisterten das Publikum. Die „exotischen“ Klänge wurden mit melodischen rockigen Interpretationen angereichert. Der Gesang wurde indisch und muslimisch interpretiert. Die indische Klänge wurden rockig getunt und klangen auch manchmal wie schottische Volksweisen.

Diese interessante Musik wurde von einer Formation dargeboten, die an diesem Abend aus insgesamt acht Musikern, einer Sängerin, einem Sänger und den Instrumentalisten für Violine, Trommeln, Gitarre, Bassgitarre, Schlagzeug und Keyboard bestand. Jeder Musiker war ein Meister seines Instruments.

Die Zusammensetzung der Gruppe ist ein Garant für eine grandiose indische Welt-Rockmusik und bezauberte die Zuschauer in einer mitreizenden Weise.

Thomas Moser -BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

BerLi-Press: www.thomasmoser-berlin.de

20. Wein- und in Winzerfest in der Bahnhofstraße in Lichtenrade

September 9, 2007

Am 8. und 9. September 2007 fand das 20. Wein- und Winzerfest in der Lichtenrader Bahnhofstraße in Berlin statt.

Das Weinfest wurde feierlich von den königlichen Weinhoheiten Weinprinzessin aus Baden Monika Bohnert, der Rheinhessischen Weinkönigin Julia Metzler, Weinprinzessin von Mosel-Saar-Ruwer Katrin Eifel und der Pfälzischen Weinprinzessin Anna Schmidt, dem 1. Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V. Bernd Schmidt, dem 2. Vorsitzenden Bezirksbürgermeister a.D. Wolfgang Krueger und vom Schirmherrn Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Ekkehard Band eröffnet.Wein- und Winzerfest in Berlin-Lichtenrade

Cirka 50 Winzer aus allen deutschen Anbaugebieten sowie Österreich und Frankreich präsentieren ihre edlen Tropfen in Lichtenrade. Einige treue Winzer der ersten Stunde wurden mit einem Stich der Lichtenrader Dorfkirche geehrt.

Die zahlreichen Weinstände waren das Herzstück des Winzerfestes, an denen der fruchtige Rebensaft mit einer großen Auswahl für jeden Geschmack und jede Vorliebe ausgeschenkt wurde. Dort konnten die Besucher Bukett, Aroma, Körper, Finesse, Reife und Harmonie genießen , alles von der Natur in Hülle und Fülle geschenkt, um Lebenslust zu finden und mit (Wein-)Freunden zu teilen.

Um eine entsprechende Grundlage für das ausgiebige Verkosten zu schaffen, gab es viele kulinarische Angebote, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Für die Kinder standen Karussells, eine Eisenbahn und andere aufregende Spielmöglichkeiten bereit. Außerdem erwartete die Besucher ein Bungee-Jumping.

Auf der Bühne Bahnhof-/Ecke Rehagener Straße traten auch 2007 Musikgruppen aus dem österreichischen Kamptal unter der bewährten Leitung von Rudi Murth (der in diesem Jahr sein 10-jähriges Lichtenrader Bühnenjubiläum feiert) auf.

Der Sonari-Chor sowie die Aktiven aus Hanna’s Tanzforum sowie Shyryn, die mit ihrem Bauchtanz das Publikum verzauberte, lockerten das Programm auf und wurden mit Begeisterung begrüßt.

Zum 20. Geburtstag des Wein- und Winzerfestes hatte sich die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V. etwas Besonderes einfallen lassen. Am Samstag fand in der Bahnhofstraße ein Geburtstagsfeuerwerk statt. Eine professionelle Feuerwerkerin machte sich in den Abendstunden ans Werk, den Lichtenrader Himmel mit bunten Farben zu erleuchten. Das Feuerwerk brauchte sich mit gut zehn Minuten auch nicht zu verstecken.

Während des Wein- und Winzerfestes waren am Samstag viele Mitgliedsgeschäfte länger geöffnet, einige wurden auch am Sonntag für die Kundschaft offen gehalten und präsentieren ihr spezielles Angebot. Beim Blick hinter die Kulissen konnte man viele interessante Dinge bei den Einzelhändlern der Bahnhofstraße entdecken.

Das Bauerstübchen und der Platz davor war wieder einer der beliebtesten und fröhlichsten Orte auf der Festmeile.

Das Fest war gut besucht, wobei der Beobachter schon den Eindruck haben konnte, dass die Pyronale und das Fußball-Länderspiel einige Stammbesucher vom Besuch des Festes, zumindest am Samstag, abgehalten hat. Das Fest schien in einer ruhigen Atmosphäre zu verlaufen.

Zur Geschichte des Wein- und Winzerfestes:

Im Jahre 1987 – die 750-Jahr-Feier war gerade überstanden – wollte die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V. neue Wege gehen. Was fehlte in Berlin? Mann musste nicht lange überlegen, um festzustellen, dass in der „Biertrinker-Stadt“ Berlin zwar auch Wein konsumiert wurde, aber dennoch für die Winzer aus den deutschen Anbaugebieten ein „weißer Fleck auf der Landkarte“ war. So wurde Kontakt zum Deutschen Weininstitut (DWI) in Mainz aufgenommen. Mit einem Plan der Bahnhofstraße unter dem Arm wurde man dort vorstellig und konnte so die ersten Kontakte zu den einzelnen Verbänden der Weinanbaugebieten knüpfen. Viele Winzer, die unsere Stadt meist nur dem Hörensagen kannten, mussten erst überzeugt werden, den Berlinern ihren Wein zu präsentieren. Was waren die Vertreter der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V. – glücklich, beim 1. Wein- und Winzerfest ca. 30 Winzer aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten und Österreich präsentieren zu können. 18 von den „Ersten“ sind übrigens immer noch dabei.

Thomas Moser – BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de