Türkischer Comedian Serhat Dogan zwischen zwei Welten

Juli 24, 2008 by thomasmoser

Von türkischen Machos und deutschen Weicheiern

Der Comedian Serhat Dogan stellt sich in der Tempelhofer ufa-fabrik mit seinem Programm „Danke, Deutschland! - Ein Türke zwischen Kebap und Käsekuchen“ das erste Mal dem Berliner Publikum. Das gelingt dem in Köln lebenden Künstler auch ausgezeichnet!

Was bewegt einen türkischen Bürger, der seit drei Jahren in Deutschland lebt?

Eine Simultanübersetzung braucht der mit „Comedy-Visums“ eingereiste Serhat Dogan wirklich nicht mehr. Er spielt in einer sehr unverkrampften heiteren Weise türkische Machos und deutsche „weiche Eier“, erzählt über die sehr unterschiedlich ausgeprägte Romantik der Türken und der Deutschen und präsentiert türkische, deutsche und schwule Männer mit ihren Tanzkünsten in der Disko. Dogan erlebt die fremdländischen Landesteile Bayern und Sachsen in ihrer kulturellen Vielfalt, kann perfekt von der Mülltrennung berichten und trägt die türkischen Urfassungen von Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ und vom Rotkäppchen der Gebrüder Grimm vor.

Der Künstler bedient mit seinem ersten Soloprogramm in einer wunderbaren liebenswerten Art und Weise lustvoll, immer mit einem Schmunzeln, die Klischees über Türken und Deutsche. Das ganze ist dann sehr lustig, vielleicht nicht immer politisch korrekt, aber auch nicht platt! Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Star-Autor und Grimme-Preis-Träger Moritz Netenjakob entwickelt.

Dem Premierenpublikum gefällt die Präsentation dieses Programms. Serhat Dogan spielt zwei Wochen im Rahmen von „Sunset Comedy“ im überdachten Sommergarten der alternativen Kulturinstitution. Ein Besuch lohnt sich!

Thomas Moser BerLi-Press (http://www.berli-press.de) für http://www.lichtenrade-berlin.de

Spieltermine Mi-Sa 23.7. - 2.8. 20.30 Uhr

Eintritt: 16,- , erm. 14,-Euro, Donnerstag 14 Euro

Open-Air-Bühne der ufafabrik Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin

Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30

http://www.ufafabrik.de

http://www.serhatdogan.de

Das Erfolgsrezept: Deutsch-Türkische Sommercomedy im Dreierpack

Juli 17, 2008 by thomasmoser

Der Orient-Comedy-Express rollt in die ufa-fabrik

Unter dem Motto „Bühne frei, Spot an, die Türken kommen!“ erobern die drei Comedians Murat Topal, Fatih Cevikkollu und Ozan Akhan im „Sunset Comedy“ im Sommergarten der Tempelhofer ufa-fabrik die Herzen der Zuschauer. Wie drei Spitzenköche zaubern sie ein wunderbares Menü mit viel Witz und Intelligenz auf die Bühne.

Zu türkischen Klängen kommt Ozan Akhan als Fußballfan auf die Bühne, lässt die Euphorie der Fußball-Europameisterschaft wach werden und redet mit viel Witz über die deutsche Gründlichkeit. Der aus der Kölner Stunksitzung bekannte Komiker brilliert aber mit seinen Musikeinlagen, die beim Publikum für überschwängliche Begeisterung sorgen. Akhan verbindet das Comedy-Trio mit seinen überleitenden Texten auf eine sehr spontane und unterhaltende Weise. Dabei lässt er sich keinen Kalauer entgehen.

Murat Topal, der Ex-Polizist, ist den ufa-fabrik Besuchern schon bekannt und stellt Auszüge aus seinem zweiten Programm “Tschüssi Copski - Ein Cop packt ein!” vor. In seiner jungenhaft erfrischenden Art und Weise berichtet er von Erlebnissen mit pubertierenden jugendlichen Mädchen in der U-Bahn, von Gangster-Rappern, vom Nachbar Pasulke, seinem schwulen türkischen Friseur, den Erfahrungen als Uniformträgern mit Fußball-Fan-Gesängen und von den Urlaubserfahrungen mit Souvenirhändlern aus aller Welt. Bei Topals lustvoller Präsentation spürt man mit jeder Faser seines Körpers den eigenen Spaß an den Dingen.

Fatih Cevikkollu, der wortgewandte Intelligenz-Kabarettist, fiel diesmal besonders positiv durch seine Lockerheit und Interaktion mit dem Publikum auf. Er berichtet vom typischen Ali und Hans, spricht abwechslungsreich, ohne dabei in oberlehrerhaftes Verhalten abzugleiten, über deutsche und türkische Klischees und Vorurteile und über den Terror-Generalverdacht gegen Moslems. „Was wissen wir Deutsche über uns Türken?“ und „Gestern noch Kümmeltürke, heute Top-Terrorist!“ sind sicher auch Schlüsselaussagen des „Kölschen Jung“. Fatih kommt aus Köln: „ Ihr habt hier Neu-Kölln; man kann nicht immer gewinnen!“. Fatih Cevikkollu ist auch aus Fernsehauftritten bei Atze Schröder bekannt. Fatih Cevikkollu, der türkische Dieter Hildebrandt, tritt mit seinem kompletten Programm „Fatihland“ in der ufa-fabrik noch mal gesondert auf.

Die drei Künstler haben ein deutsch-türkisches Feuerwerk der Spitzenklasse zelebriert. In ihrer Unterschiedlichkeit ist jeder ein Meister seines Fachs. Die Mischung war ein kurzweiliger genialer Mix. Das Premierenpublikum, von jung bis alt, war rundum begeistert!

Thomas Moser - BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Hinweis: Der Nachname Cevikkollu hat beim Anfangsbuchstaben “C” in türkisch einen Haken unter dem Buchstaben, der hier leider nicht abgebildet werden kann.


Vom 16.7.bis 23.8.2008

Sommer,Sonne,Sunset Comedy!

Eine neue Generation von Comedians erobert die Sunsetbühne im überdachten Sommergarten.

16.-18.7. Orient Comedy Express mit Murat Topal, Fatih Cevikkkollu, Ozan Akhan

19.7. Fatih Cevikkkollu mit „Fatihland“

23.7.-2.8. (Mi-Sa) Serhat Dogan mit „Danke, Deutschland“

7.-9.8. (20.30 Uhr) und 15.-17.8. (Fr. + Sa 20.30 Uhr, So 19.30 Uhr) Black Box Comany

20.-23.8. (20.30 Uhr) Serpil Pak „In Schleierhaft“

Eintritt:16,- , erm. 14,-Euro

Open-Air-Bühne der ufafabrik, Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin

Direkt am Tempelhofer Damm,1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- & Ticket-Telefon

030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

www.murattopal.de

www.fatihland.de

Bisherige Berichte von Murat Topal unter http://www.kwick.de/magazin/neues_comedy_programm_von_murat_topal.12669.html

Bisherige Berichte von unter Fatih Cevikkollu

http://pressemitteilung.ws/node/124653

„Hamlet - frei komisch nach Shakespeare“ Comedy-Theater mit Bernd Lafrenz

Juli 4, 2008 by thomasmoser

Die Open-Air-Sommersaison der Tempelhofer ufa-fabrik in Berlin wird von Bernd Lafrenz eröffnet, der insgesamt schon sechsmal erfolgreich mit seiner ganz besonders unterhaltsamen Art Shakespeare auf die Bühne zu bringen, an diesem Ort gastiert hat.

Eingestimmt mit Klängen höfischer Musik schafft es Lafrenz als französisch sprechender Clochard, die Herzen des Publikums von der ersten Minute an zu gewinnen und ein Lachen auf alle Gesichter zu zaubern. Der Freiburger Künstler schlüpft mit Leichtigkeit und mit einem minimalen Kostümaufwand in die verschiedenen weiblichen und männlichen Rollen. Ein wichtiges Requisit sind dabei immer die verschiedenen Masken.

Das Publikum wird auf eine sehr angenehme und entspannende Art in die Gestaltung der Hintergrundgeräusche eingebunden. Lafrenz ist ein wundervoller Schauspieler und Pantomime. Er kann stimmgewaltige Rollen und weinenden Geliebte in seinem Ein-Mann-Stück gleich gut Gehör verschaffen.

Bei den Lafrenz Interpretationen kann man nicht wie bei Hamlet sagen „Etwas ist faul im Staate Dänemark.“ Ganz im Gegenteil! „Sein oder Nichtsein“ ist hier auch nicht die Frage. Diese fesselnde Unterhaltung mit Niveau und Humor unter dem Freiluftzelt der ufa-fabrik muss man aber einfach gesehen haben!

Die Chance für diesen Hochgenuss ist noch da! Eine Empfehlung der besonderen Art!

Auszüge aus dem Interview mit dem Künstler Bernd Lafrenz:

Hamlet ist mein Jungbrunnen! Hamlet war mein erstes Stück. In den Anfangszeiten habe ich Maskentheater in Florenz auf Straßen und Plätzen gespielt. Das ist aus einem Traum entstanden, dass ich mit Masken auf einem Platz spiele. Dann habe ich mir meinen Traum realisiert.

Im Winter wollte ich das Straßentheater mit Mitmachaktionen in den Saal holen. Es war die Sorge da, dass sich dann aber auch der Zauber verlieren könnte. Dann ist der Traum entstanden, der bei jedem Schauspieler entsteht, Shakespeare und Hamlet zu spielen.

Jetzt spiele ich mit Hamlet den Oldie. Aber ich habe immer noch Freude ihn zu spielen. Daraus ist die ganze Shakespeare-Serie geworden, weil Shakespeare der größte Theaterautor und Klassiker ist der auch am Besten gepasst hat für meine Art Maskentheater, Körpertheater, Pantomime, Clownerie, Humor und Parodie.

Die wunderbaren Rosinen von Shakespeare picke ich mir raus und gebe sie dann verpackt mit Humor an das Publikum weiter.

Ich komme gerne wieder nach Berlin und in die ufa-fabrik, um noch Othello oder mein Jubiläumsprogramm „Liebe, Lust und Leidenschaft“ zu präsentieren. Konkrete Absprachen gibt es noch nicht… (Anmerkung von TM: Da muss doch etwas zu machen sein!)

Welche Botschaft würdest Du gerne weitergeben wollen?

Wenn man wirklich innerlich ein Gespür hat oder eine Leidenschaft oder eine Flamme brennt für ein Thema, was man im Leben realisieren möchte, das man diese Flamme dann in sich hört und dann den Weg auch geht. Der kleine Satz: “You can get it, if you realy want“ ist für mich sehr wichtig. Du kannst alles erreichen, wenn du wirklich willst! Das ist für mich das gelebte Leben und was ich dem Publikum immer wieder mitgeben möchte.

Danke für das Interview!

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Website von Bernd Lafrenz: http://www.lafrenz.de/

Ausschnitt von Hamlet in „YouTube“: Link: http://de.youtube.com/watch?v=i9DuFCy8DWc&feature=related

Spieltermine:Mi-Sa, 2.7. - 12.7.2008 20:30Uhr
Eintritt, Euro: Mi, Fr, Sa,16,-, erm. 14,- Do, Theatertag, 14,-Euro
Open-Air der ufaFabrik
Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße,
Bus: 170, N6 und N 84
Zuschauer- & Ticket-Telefon
030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

Thomas Nicolai - Parodie und Musik die begeistert!

April 25, 2008 by thomasmoser

Der „blonde Emil“ Thomas Nicolai begeisterte mit seinem „Best of“-Programm das Berliner Publikum in der ufa-fabrik in Tempelhof.

Der Comedian Thomas Nicolai und sein musikalischer Partner Robert Neumann präsentieren im Jubiläumsprogramm alt Bewehrtes und Beliebtes aus sechs Programmen. Die Standups, die besonders gekonnten Parodien und die Musik- und Tanzeinlagen zeichnen die souveräne Qualität des gelernten Schauspielers aus. Unterstützt und bereichert wird der Künstler vom „besten Keyboarder, Arrangeur und Komponisten der Welt“, der auf Tastendruck ein ganzes Symphonieorchester herzaubern und wieder verschwinden lassen kann.

Die Zuschauer können Kinowerbespots, besonders die Parodie der einfach gestrickten Regionalwerbung mit „Reifen-Paul“, miterleben und sich dabei köstlich amüsieren. Thomas Nicolai stellte seine Schulklasse mit Marcel Reich-Ranicki als Lehrer und den Schülern Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Hermann Van Veen vor. Van Veen wird mit seiner Mimik, Gestik und Ausdruck brillant auf die Bühne gezaubert. Nicolai erzählt von seinem Helge-Schneider-Vater, berichtet von Erfahrungen mit dem Navigations-System „de luxe“ und lässt Klaus Kinski und Didi Hallervorden in einem Casting in seinen detailgetreuen Parodien lebendig werden. Die Darstellung von Kinski ist dabei eines der Meisterstücke!

Der gebürtige Ossi aus Leipzig lässt DDR-Wirklichkeit und seine Kindheits- und Jugendeindrücke schmunzelnd lebendig werden. Frau Elster und das Ost-Sandmännchen, die West-Biene Maya, der „komische“ Witzbold aus Prag und natürlich als Höhepunkt Patrick Schleifer, der sächsische Pulloverträger aus Schkeuditz (auch der sächsische Robby Williams genannt) nehmen vor den Augen der vergnügten Gäste Gestalt an. Ob als “Orakel von Schkeuditz”, Rock´n Roll´er oder Interpret der Peking Oper hat er den Menschen auf die Schnauze geschaut und zeigt auch bei kleinen technischen Pannen sein Improvisationstalent. Beim „Mann mit den tausend Stimmen“ spürt man die fundierte Schauspielausbildung, die Freude am Spiel und den Schalk, der ihm im Nacken sitzt.

Vorsicht beim Besuch seiner Vorstellungen…Der Humor ist ansteckend!

Thomas Moser - BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Die Musik der wilden ´68iger

April 12, 2008 by thomasmoser

Der rbb-Moderator und Autor Daniel Gäsche stellte sein neues Buch „Born to be wild-Die ´68er und die Musik“ in einer sehr interessanten und kurzweiligen Lesung mit Talk und Livemusik der „Ton-Steine-Scherben-Family“ in der Tempelhofer ufa-fabrik vor.

Juppy, als temperamentvolles nicht ruhig zu stellendes ufa-fabrik Fossil, sorgte für den unkonventionellen Einstieg und für einige Intervieweinlagen. Als bekannter Anti-´68 zählte auch Klaus-Rüdiger Landowsky zu den Ehrengästen. Landowski ist sicher nicht zur „Seligsprechung“ der ´68er erschienen, kann aber auch stolz auf ein Exemplar der damals so beliebten Mao-Bibel, die in keinem Bücherschrank fehlen durfte, verweisen.

Der Lichtenrader Buchautor Daniel Gäsche versteht es, dass Publikum in die Zeit um 1968 zu beamen: Jimi Hendrix, Beatles, Rolling Stones, Bob Dylan, Janis Joplin, Joan Baez, die Doors, Woodstock, Rudi Dutschke, Axel Springer, Studentenunruhen, Vietnamdemonstrationen, Hippiebewegung, Prager Frühling und die APO werden bildlich und im Ton in die Zeitmaschine der ufa-fabrik geholt. „Sex, Drugs & Rock´ n Roll“ waren die Schlagworte, die zum Inbegriff einer ganzen Generation wurden. Das Lebensgefühl dieser Zeit wurde deutlich von der heute noch lebendigen Musik geprägt.

Gäsche ist kein Alt- ´68er, sondern erblickte zu dieser Zeit erst das Licht der Welt. So kann er auch mit Abstand und nicht verbissen viele Dinge betrachten, zumal für ihn auch das Hauptthema die immer noch aktuelle Musik dieser Zeit ist: „Man kann die ´68er auch nicht auf Happening und Gewalt reduzieren“. Zum 40 jährigen „Jubiläum“ sind auch schon viele Bücher zum Thema „1968“ erschienen und kein Fernsehsender lässt einen Rückblick aus. Das Buch von Daniel Gäsche fängt den Zeitgeist ein und ist eine wohltuende Alternative. Es werden Hintergründe von Songs der Zeit erklärt, aber es kommen auch Prominente zum Thema „Musik und 1968“ zu Wort und „outen“ ihren persönlichen ´68er-Lieblings-Song.

Das Publikum erfährt von Daniel Gäsche, dass „Purple Haze“ von Jimi Hendrix der Begriff für eine Cannabis-Züchtung ist, Santana und „Samba Pa Ti“ für die Gefühle zuständig war, Rezzo Schlauch die kulturelle Revolution wichtiger als die politische Revolution fand und das Scott McKenzie und sein „San Francisco“ ursprünglich aus der Flower-Power-Bewegung kam und nicht als Protest gemeint war.

Die Einlagen der „Ton-Steine-Scherben-Familiy“ und die noch gut im Ohr klingende unverkennbare straßenkampfbetonte Stimme, die fast wie vom verstorbenen Sänger Rio Reiser klingt, gehen auch heute immer noch unter die Haut. „Mein Name ist Mensch“ ist ein besonderes Highlight, was die „Familiy“ und ihre teils in die Jahre gekommenen aktiven Musiker mit viel Spaß und handgemachter Musik, zum Auftakt ihrer ´68er Revue, zum Vortrag bringen.

Der Rockfan Daniel Gäsche kann viele Geschichten erzählen. Er erläutert die Entstehungsgeschichte von „Street Fighting Man“ der Rolling Stones und spricht vom Streit der 68er Musikfans: Beatles oder Rolling Stones? Aber auch viele deutschsprachige Schlager- und Schnulzensänger gehörten in die Zeit. Die Musik die Gäsche meint und gut findet ist sicher die, die man halt als „aufgeklärter“ Mensch in dieser Zeit gehört haben muss und sich so ein Stück von seinen Eltern abgegrenzt hat. Als Spätgeborener kann der Autor locker und mit Distanz die Welt vor 40 Jahren betrachten. Das ist neben der Fachkompetenz sicher auch ein Grund, das Buch bei seinem nächsten Einkauf näher in Betracht zu ziehen. Wer 1968 bei sich im Kopf wieder lebendig werden lassen will, sollte nicht lange überlegen!

Thomas Moser BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Buchhinweis:

Born to be wild oder Die ´68er und die Musik

Mit einer Vielzahl bisher kaum oder nicht veröffentlichter Fotos (380 Seiten, 16×24cm)
ISBN 9783861898061 Militzke-Verlag 24,90€

Zur Auseinandersetzungen mit Rezzo Schlauch im Zusammenhang mit dem Buch siehe:

http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2008/03/27/16teg0l33kbh9.htm

Link zur Ton-Steine-Scherben-Familiy: http://www.scherbenfamily.de

„Fatihland“ - „Von Ali und Hans“ - Stand Up-Kabarett in der ufa-fabrik

März 27, 2008 by thomasmoser

Fatih †Cevikkollu ist sicherlich einigen aus dem Publikum aus seiner Fernsehrolle als Murat neben Atze Schröder bekannt. In der Tempelhofer ufa-fabrik fesselt der Schauspieler und kabarettistische Newcomer das Publikum mit seinem preisgekrönten Programm „Fatihland“.Fatih kündigt ein sehr „persönliches Programm“ an, da doch das Persönliche im Internetzeitalter immer mehr verschwindet. Neben poetischen Einlagen, einer tiefgründigen Rapp-Nummer, Rilke-Zitaten und einigen persönlichen Geschichten zwischen der deutschen und türkischen Kultur, bietet der Künstler ein knallhartes politisches Kabarett. So wählt er als Einstieg die Äußerung: „Ich bin Moslem! Ich bin ein Sicherheitsrisiko!“ Die gespannte Aufmerksamkeit nach so einer Äußerung beabsichtigt der Kabarettist. So bleibt dem Publikum dann auch das eher spärliche Lachen im Halse stecken.

Der „Kölner Jung“, wie er sich selbst bezeichnet, berichtet vom sogenannten „Moslem-Test“ in Baden-Württemberg, wenn man Deutscher werden will. Ein „Fremdschämen“ erfasst auch den aufmerksamen Zuhörer bei teils absurden Fragen: „Man hört immer wieder … oder … was tun sie, wenn ihr Nachbar Terrorist ist?“

Fatih berichtet vom Leben eines Schauspielers, von Fragen eines „demokratischen“ Deutschen „Sind sie wirklich Türke?“ und vom Ranking der Beliebtheit von Ausländern. Besonders begeistert Fatih in der Figur des Brasilianers und Frauenhelden Joao. Seine schelmigen Augen haben das gesamte Publikum zu jeder Zeit im Blick.

Vom typischen deutschen Hans „Ich spüre in mir die Lust am Recht auf Empörung“ und vom typisch türkischen Ali weiß Fatih einiges zu berichten. Aus seiner Kindheit erzählt Fatih mit einer gehörigen Prise Selbstironie von den deutschen „Sprachkünsten“ seines Vaters und seines Onkels, den stundenlangen Autofahrten zu Beginn der Sommerferien in die Heimat („Gefangen im Taunus in die Türkei“), dem türkischen Leben im „Stand by-Modus“ und dem Warten auf „Drüben“, womit eine geplante spätere Rückkehr in die türkische Heimat gemeint ist. Fatih zeigt mit seiner ihm eigenen Empfindsamkeit den Spannungsbogen zwischen deutscher und türkischer Kultur und Leben. Seine Vorschläge zur Überwindung von Ängsten sind „Kölle-Allah“ und „Allah-Heiligen“ als gemeinsamer Feiertag.

Das Publikum ist wohlwollend zurückhaltend, schmunzelt aber gerne. Der Schauspieler verführt das Berliner Publikum mit seinem feinsinnigen und bissigen Humor kaum zum Lachen. Fatih´s Programm ist intelligent, tiefgründig und voller Sprachwitz. Dabei wird die emotionale Magengegend selbst eines „aufgeschlossenen“ Deutschen angesprochen. Ein bisschen schlechtes Gewissen über die eigene Sichtweise kommt dann doch durch, wenn Fatih von Ängsten der Bevölkerung über Moslems spricht.

So muntert der Kabarettist das vorwiegend deutsche Publikum dann zum türkischen Sprachkurs „als Investition in die Zukunft“ auf. Selbst hat er eine katholische Schule in Köln besucht und später an der Hochschule Ernst Busch in Berlin Schauspiel studiert.

Ist Fatih nun Hans oder Ali? „Was ist sein Mantra?“, fragt sich der Künstler selbst. Und diese Zerrissenheit zwischen den beiden Kulturen spürt auch das Publikum und kann es manchmal schwer einordnen.

Fatih †Cevikkollu dazu: „Ich sehe aus wie Ali, spreche aber wie Hans. Und dadurch kann ich viele Sachen einfacher ansprechen, mich damit humorvoll auseinandersetzen und dazu beitragen, dass auch Ali und Hans da draußen mehr Verständnis füreinander haben!“

Der Funke ist beim ersten Abend in der ufa-fabrik so richtig nicht übergesprungen. Das mag auch der Künstler gespürt haben. „Aber das geht auch anderen Rheinländern in Berlin manchmal so! Der Humor und das Temperament ist doch ein anderer!“ weiß eine Alt-Kölnerin nach der Vorstellung zu berichten.

Wer keine deutsch-türkische Comedy mit dem bedienen der gängigen und manchmal auch lustigen Klischees mag und dafür hochwertiges knallhartes politisches Kabarett vorzieht, ist bei Fatih †Cevikkollu goldrichtig.

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Hinweis: Der Nachname Cevikkollu hat beim Anfangsbuchstaben “C” in türkisch einen Haken unter dem Buchstaben, der hier leider nicht abgebildet werden kann.

Mehr Informationen unter

www.fatihland.de oder www.ufafabrik.de

Spieltermine: Mi- Sa, 26. 3. - 12.4. 2008, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt:Mi, Fr, Sa,16-,erm.14,- Euro Do, Theatertag: alle Karten: 14,- Euro - Karten ab sofort im VVK oder unter www.ufafabrik.de

Im Theatersaal der ufaFabrik Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- &Ticket-Telefon 030 • 75 50 30

Heinz G Punkt – Comedy „Poesie mit Unterhaltung“

März 21, 2008 by thomasmoser

Der unglaubliche Kölner Comedian Heinz Gröning beginnt sein neues Macho-Bühnenprogramm „Heinz G Punkt“ in der Tempelhofer Ufa-Fabrik mit einem kleinen Licht “spektakel“.

„Heinz“ haucht seinen Namen, wie eine Liebeserklärung an sich selbst, nur so hin. Er bezeichnet sich als „sensiblen Poeten, gefangen im Körper eines zu stark beharrten LKW Fahrers“. Den sensiblen Poeten kann man dann auch in den folgenden zwei Stunden erleben. Den beharrten Körper versteckt der singende Comedian dann doch vor seinen weiblichen Fans. Der Titel ist Programm und die Dramaturgie steigert sich kontinuierlich zum orgiastischen Höhepunkt.

Heinz versteht es in seinen Interpretationen ein Sprach- und Poesiemix von Heinrich von Kleist, Friedrich Schiller und Macho Heinz auf die Bühne zu bringen. Seine wahre Größe entwickelt Gröning bei seinen Aneinanderreihungen von Fremdwortraketen. Seine brillanten Schnellsprechfähigkeiten nötigen den Zuschauern große Aufmerksamkeit ab, die Heinz G. jedoch mit Leichtigkeit immer wieder durch die Interaktion mit seinem Publikums erreicht. So singt das Publikum dann mit zarter Stimme auch seine Refrains mit.

Heinz zelebriert sich gerne als das Sexsymbol und unwiderstehlicher Macho. Sein Gang zur Gitarre, untermalt von verschiedensten Klängen, wird zu einer schwungvollen Tanzeinlage und lässt Ansätze von einer Bauchtanz- oder Stripshow vermuten. Er kneift spitzbübig seine Augen zusammen und genießt die Aufmerksamkeit seines Publikums.

Der Frauenversteher spricht und singt über Sex mit einer Sozialpädagogin, über seine „Omma“, über einen echten Kölner, Herrn Hermann, den Held der Arbeit und über den Erzengel Heinz. Auch die Pressevertreter bekommen, als Nutznießer der Freikarten, ihr Fett weg. Heinz lässt aber auch kleine Einblicke in sein Leben mit seiner Tochter zu. So erläutert er dann auch die Zusammenhänge zwischen „geschlechtsspezifischer Erziehung im Rahmen der frühkindlichen Prägung“.

Manchmal lautet das Motto der Komikers: „Reim dich, oder ich fress´ dich!“ Seine Verse liegen zwischen Klamauk und Poesie. Sie sind aber nie primitiv! Zwei Herren aus dem Publikum bewunderten in der Pause „diese Wortwahl, die Stimme und das Gedächtnis“. Das wird sicherlich dem knurrenden Löwen Heinz erfreuen.

Heinz Gröning lässt den aufmerksamen Zuschauer manchmal an Heinz Erhardt oder bei den Gesangseinlagen an das Kölner Karnevalidol Bernd Stelter erinnern. Gröning jedoch einseitig zu vergleichen oder in eine bestimmte Ecke zu stellen, würde seiner Vielfalt nicht gerecht werden. Heinz Gröning hat Spaß mit sich selbst - und das merkt man auch!

Heinz Gröning tritt über Ostern in der ufa-fabrik auf. Der Besuch lohnt sich!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

19.-29.3.2008 20:30 Uhr
Mi, Fr-So:16,-/14,- €
Donnerstag: 14,- €

www.derunglaublicheheinz.de

Die Popolski-Show -Popmusik mit Witz aus Polen: „Das ist alles nur geklaut…“-

März 16, 2008 by thomasmoser

Die Popolskis bezeichnen sich als Musikerfamilie aus Polen, die sich als die wahren Urheber vieler bekannter Popsongs fühlt. Anlässlich der Veröffentlichung Ihrer CD „Live in Zabrze“ traten sie im Fritz-Club im Postbahnhof mit Ihrer „Popolski-Show“ auf.

Die Popolski-Familie sind sieben männliche Exemplare und die “Lady in Red” Dorota. Auf der Showbühne entfaltet sich das wahre Talent der Familienband. Die Inspirationen für „ihre“ Hits, wie zum Beispiel „We will rock you“ oder „Born to be alive“ sind in ihrer tristen polnischen Plattenbausiedlung, mit dem Besenklopfen der Nachbarin an die Decke, entstanden oder wurden von ihrem Opa komponiert. Aber auch Lieder wie „Scheene Maid“, als Hommage an die Nachbarin, sind so geboren worden. Die Urfassungen der Familie klingen exotisch, dass die nachgespielten Hits zum Beispiel von Dieter Bohlen verblassen: „Dieter Bohlen, hat gestohlen, alle Hits aus Polen!“ ist der Wahlspruch der Familie.

Popolski in Aktion

Der „alteste Bruder“ Pavel bearbeitet das Schlagzeug und führt im gebrochenen Deutsch durch die zweistündige Show. Die Gruppe gönnt sich keine Pause und unterhält fulminant das altersmäßig sehr gemischte Publikum vom Anfang bis zum Ende. Der eine und andere Wodka wird auf der Bühne getrunken und auch an das Publikum ausgeschenkt. Das Schunkeln „in gleicher Richtung“ im Saal klappt aber auch schon ohne Alkohol sehr gut. „Es ist sehr erstaunlich, dass in Berlin schnell auch eine ähnliche Stimmung wie im Rheinland aufkommt“, äußert sich verwundert eine Frau im mittleren Alter aus Köln.

„We have a dream” wird in einer Punk-Rock-Version dargeboten, eine Bläser-Symphony geht langsam in den „Ententanz“ über, Tomek, der Tiger von Zabrze, intoniert „Sex-Machine“, Mirek mit seiner dreihalsigen Gitarre beeindruckt als wendiger Gitarrist genauso wie der blinde Danusz, der auf seinen Tasteninstrumenten und mit seiner soften Balladen-Stimme im satt jazzigen Sound begeistert. Die Cousins Henjek & Stenjek machen als Bläser den satten Sound der Gruppe und der „jungste Bruder“ Janusz überzeugt als Familiendödel genauso wie als Rockstar mit nacktem Oberkörper.

Kein Lied wird nur einfach „nachgespielt“, sondern wird auf eine sehr eigenwillige Art gekonnt interpretiert. Die gute Musik und Slapstick von der Popolski-Familie ist für jedes Fest und Konzert geeignet, in dem nicht nur die Trauer im Vordergrund stehen soll. Das Wort „Show“ ist hier wirklich verdient. Hier wird polnische Lebensfreude gezeigt und Popmusik witzig auf den Arm genommen.

Die polnische Rakete fliegt „Völlig losgelöst“ in den Weltraum. Zum Schluss gestehen die Musiker, die wirklich alles gegeben haben, verschämt die Urheberschaft von „Cherry, Cherry, Lady“ und lassen den Song zum Rock-Event werden.

Hier war ein Stück praktizierte unverkrampfte Völkerverständigung wahrzunehmen, zumal der Großteil der Zuschauer eher dem deutschen Sprachraum zuzurechnen waren.

Die Band tingelt jetzt durch Deutsche Lande und wird am 25.5.2008 nochmal im Berliner „Fritz-Club“, der in unmittelbarer Nähe am Ostbahnhof liegt, zu erleben sein. Dieser Termin sollte schon jetzt notiert werden!

Nach dem ersten SAT 1-Auftritt werden nunmehr die Popolskis auch im WDR zu sehen sein.

Thomas Moser (auch Fotos) -BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

„Klappe, die Zweite“ – Neues Comedy-Programm von Murat Topal

Februar 28, 2008 by thomasmoser

Der Comedian Murat Topal, Deutsch-Türke und Ex-Polizist, startet in der ufa-fabrik in Berlin-Tempelhof mit seinem zweiten Programm “Tschüssi Copski - Ein Cop packt ein!”

Die Premiere dieses Programms fand vor einem bis zum letzten Sitzplatz gefüllten Theatersaal Ende Februar 2008 statt. Hier hat Murat Topal auch mit seinen ersten erfolgreichen Comedian-Schritten mit „Getürkten Fällen“ seine Karriere begonnen.

Mittlerweile musste sich Topal zwischen seinen Beruf „Polizist“ und seiner Berufung „Comedian“ entscheiden: „Komiker oder der Witz auf der Straße, das war die Entscheidung“. Er hat sich für einen neuen Spezialauftrag auf der Bühne entschieden.

Murat schaut gekonnt den Kids in der U-Bahn auf die „Schnauze“ und erinnert sich an seine Comic-Jugendhelden wie „Tom und Jerry“ und „Road Runner“. So zieht der über 30 Jährige selbstironische Parallelen von seiner Jugend zu den PC-Spielen der pubertierenden Jugendlichen von Heute. So wird auch der bekannte Grönemeyersong abgeändert in „Eltern an die Macht“.

Als Nachbar Pasulke erzählt er seine Erlebnisse im Schwimmbad, von Erfahrungen mit Souvenirverkäufern auf Lanzerote und auch die mulitkulti-schwäbischen Erlebnisse auf dem Basar in Istanbul.

Topal berichtet, als Glatzkopfträger, witzig über seine Kontakte zum türkisch-schwulen Friseur und lässt als Comedian seine Erfahrungen mit „Motto-Musik-Partys“ und bekannten Filmmusiken spielerisch lebendig werden. Faszinierend sind dabei immer wieder die körperlich betonten Tanzeinlagen. Die Begegnungen im Fitnessstudio, die Erlebnisse aus seiner bisherigen Polizeitätigkeit und von seiner Motivationsmusik von „Rocky“ sind immer wieder spritzig, witzig und geistreich.

Die kleinen lampenfieberbedingten Hänger bei der Premiere hat der Profi liebevoll gemeistert. Besonders wohltuend ist es, wie Murat Topal ein souveräner und unverkrampfter Umgang mit weitverbreiteten Klischees gelingt. Topal hat, zu seiner auch schon sehr guten erster Show, einen echten Qualitätssprung nach vorne geschafft. Eine Empfehlung, ohne Wenn und Aber!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin


Spieltermine:Mi - Sa, 27.2.- 22.3. und Ostersonntag 23.3.2008
Beginn: Mi- Sa 20:30 Uhr

Eintritt: 16,- , erm. 14,-Euro
Im Theatersaal der ufaFabrik - Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße,
Bus: M170, N6 und N 84 Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

http://www.murattopal.de/

Bahntunnel in Lichtenrade? „2008 - Das Jahr der Entscheidung!“

Januar 26, 2008 by thomasmoser

Die Bürgerinitiative (BI) Lichtenrade Dresdner-Bahn e.V. lud am 22. Januar 2008 zur Zwischenbilanz nach 10 Jahre BI-Arbeit in das Gemeinschaftshaus Lichtenrade ein. Der Saal war mit ca. 280 Besuchern fast bis zum letzten Stuhl besetzt.

„Nich bei uns sowat!“ stand als Begrüßung auf der Leinwand im großen Saal. Das dazugehörige Bild zeigt eine Schallschutzwand, die wohl die wenigsten Lichtenrader in ihrem Ortsteil sehen wollen.

Die Vereinsvorsitzenden Boto Mertins und Manfred Beck begrüßten besonders die zahlreichen Gäste aus der Politik. So waren die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD), Hellmut Königshaus (FDP), die Vertreter aus dem Abgeordnetenhaus Nicolas Zimmer (CDU), Rainer Ueckert (CDU) und Albert Weingärtner (FDP), der Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) und die stellvertretende Bezirksverordnetenvorsteherin Ingrid Kühnemann (SPD) mit der politisch aktiven Tochter Andrea Kühnemann (ebenfalls SPD) vertreten. Die Parteien sind neben der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße und dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein auch Mitglied in der BI. Die Bürgerinitiative ist eine parteiübergreifende Interessenvertretung der Lichtenrader Bürger.

Mechthild Rawert, Hellmut Königshaus und Nicolas Zimmer machten der Bürgerinitiative Mut weiter zu machen. Zimmer unterstreicht, dass an sich das 10jährige Jubiläum kein Anlass zum Feiern ist und ihn eher traurig als glücklich stimmt.

Boto Mertins stellt die Geschichte rund um die Aktivitäten des Vereins dar. Er erinnert nochmals an die Zusage für eine Tunnellösung. Die Zusage ist im Bundesrat als Kompromiss erfolgt, nachdem Berlin für die LKW-Maut gestimmt hat. Die Politik, besonders auf Bundesebene, und die Bahn will davon jedoch nichts mehr wissen. Er verweist auch auf die extremen Verkehrsverschiebungen auf den Umgehungsstraßen, wenn durch die Sperrung des Übergangs in der Wolziger Zeile sich täglich 3.500 Fahrzeuge andere Wege suchen müssen. Mertens berichtet, dass die Kosten bei einer möglichen Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig durch das eingerichtete Rechtshilfekonto weitestgehend gedeckt sind. Manfred Beck erläutert die verschiedenen Varianten für die Führung der Gleise der Dresdner Bahn durch Lichtenrade. Die BI plädiert für die sogenannte „Variante-E“, die einen Tunnel im Schildvortrieb bevorzugt und sich über eine Länge von insgesamt 2,5 Kilometer erstreckt.

Der Rechtsanwalt des Vereins Dr. jur. Franz Cromme erläutert die weiteren rechtlichen Schritte. So rechnet man für 2008, eventuell schon im ersten Quartal, mit einer Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes über die Planfeststellung. Wenn, wie wohl zu erwarten ist, die ebenerdige Planung der Bahn beschieden wird, werden drei Musterklagen eingereicht. Verbunden ist damit auch, dass ein Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung gut begründet innerhalb von vier Wochen eingereicht werden muss. Ansonsten könnte die Bahn mit ihren Arbeiten gleich, auch vor einem Urteil, anfangen.

Die BI will die Klage auf drei wichtige argumentative Säulen stellen:

  1. Der Lärmschutz ist nicht gewährleistet. Nach den rechnerisch vermuteten Lärmemissionen müsste sogar eine 8 Meter hohe Lärmschutzwand erstellt werden, die natürlich ernsthaft keiner will.
  2. Die Erschütterungen von 100 bis 200 Häusern werden in Kauf genommen, ohne dass die Bahn sagt, welche Häuser davon betroffen sein werden.
  3. Die Durchschneidung eines Ortsteils ist zu verhindern, weil sie städtebaulich vielerlei Probleme bringt.

Die BI wirft der Bahn vor, dass nicht alle Gutachten in die Planungen einbezogen wurden und eine umfassende Abwägung der Rechtsgüter nicht stattgefunden hat.

Der Senat von Berlin hat im Anhörungsverfahren die BI mit hoher Sachkunde unterstützt. Mit diesen Argumenten erhofft man sich eine erhebliche Stärkung der Position vor dem Gericht.

Vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit wurde ein Grußwort verlesen, indem er eine „Tieflage“ der Dresdner Bahn unterstützt und der Bahn eine finanzielle Beteiligung des Landes Berlin anbietet, wenn sie ihre Planung im Vorfeld einer Gerichtsentscheidung revidiert. Wowereit wünscht der BI viel Erfolg!

Weitere Informationen auf der Website der Bürgerinitiative: www.dresdner-bahn.de

Thomas Moser (BerLi-Press - www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de (auch Fotos)