Tango Türk – Eine musikalische Reise zwischen Berlin und Istanbul

Januar 23, 2010 von thomasmoser

„Tango Türk“ ist die neue multikulturelle Musikproduktion der Neuköllner Oper, die die türkische und deutsche Seele gleichermaßen anspricht.

Der plötzliche Tod seiner Mutter bringt den international vernetzten Cihan, nicht ganz freiwillig, zu seiner Familie zurück. Laptop und Internet-Telefonie waren seine bisherige Welt, die keine Zeit ließ seine Mutter zu besuchen. Cihan und seine Familie stehen nun am Grab der Mutter und beklagen ihren Tod. Die Widerbegegnung konfrontiert Cihan mit seiner Vergangenheit und einer Musik, die er bisher nicht kannte, mit dem türkischen Tango. Tango hat schon seine Großmutter unter Atatürk getanzt. Tango haben auch seine Eltern unter schwierigen Bedingungen nach dem Staatsstreich der achtziger Jahre getanzt. Schicksale nach dem Dritten Staatsstreich 1980 in der Türkei, Repressionen und der Widerstand, das Leben als „Gastarbeiter“ in Deutschland, das alles will Cihan nicht wissen. Indem Cihan aber seine Geschichte und die seiner Eltern nacherlebt, wird das Bewusstsein für das Hier und Jetzt und für seine Familie gestärkt.

Das vierte Projekt eines deutsch-türkischen Musiktheater in der Neuköllner Oper ist Gefühl pur. Die Texte von Kerem Can und die Musik von Sinem Altan zeigen die türkische Volksseele im Spannungsfeld zur modernen Welt auf. Die lyrischen Texte der Musik sprechen alle Sinne des Publikums an. In der musikalischen Zeitreise wird Geschichte und Gegenwart eins. Die türkischen Texte werden auch ins Deutsche übersetzt.

Die Sängerin Begüm Tüzemen, die auch schon in der Produktion „Türkisch für Liebhaber“ zu überzeugen wusste, kann alle musikalischen Fassetten mit ihrer wunderbaren virtuosen Stimme interpretieren. Die Vielfalt des Repertoires der Sängerin kann Trauer, Freude und Lust überzeugend vereinen.

Das harmonierende Theaterensemble spielt und singt in einer Bandbreite von traditioneller Interpretation bis zu modernen Musicalklängen. Das Premieren-Orchester, unter bewährter Leitung von Hans-Peter Kirchberg, zaubert gekonnt den Reiz und die Kraft des Tangos auf die Bühne der Neuköllner Oper.

„Tango Türk“ wird an den folgenden Tagen von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Tanz, Kino und Lesung begleitet.

Die Neuköllner Oper erhofft sich von „Tango Türk“, dass auch das Publikum aus der Nachbarschaft angesprochen wird. Der Neuköllner Oper ist mit der Inszenierung von „Tango Türk“ ein anrührendes musikalisches Glanzstück geglückt. Das multikulturelle Premierenpublikum war begeistert!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Spieltermine 21., 23./24. und 28.-31. Januar sowie 4.-7., 12./13., 19.-21., 24. und 26.-28. Februar 2010, 20 Uhr

Spielort neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin

Verkehrsanbindung: U 7 – Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 – Neukölln, Bus 104

Karten 9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de

sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

neuköllner oper • Karl-Marx-Str. 131-133 • 12043 Berlin • Tel: 030/68 89 07-0 • Fax: 030/68 89 07 89 •

info@neukoellneroper.de www.neukoellneroper.de

PUHDYS „Akustisch“ im Friedrichstadtpalast

Januar 15, 2010 von thomasmoser

Die PUHDYS-Altrocker treten mit der aktuellen Akustik-Unplugged-Tour schon das zweite Mal im Januar 2010 im ehrwürdigen Friedrichstadtpalast in Berlin auf.
Es fehlen die hohen Lautsprechertürme auf der Bühne und die Bierbecher der Besucher von Freiluftkonzerten. Nur wenige Gäste haben Fan-T-Shirts an. Die meisten PUHDYS-Fans haben sich für den Friedrichstadtpalastbesuch schon ein wenig schick gemacht.Drei Musiker vom PUHDYS Nachwuchs empfangen mit der Eingangsmelodie die Stammcrew der PUHDYS, die vom Publikum begeistert begrüßt wird. Die ersten Songs der „Akustisch-Die Hits“-CD erklingen. Es ist begeisternd festzustellen, dass der Akustiksound live seine volle Brillanz entfaltet.Die PUHDYS singen vom „Zweiten Leben“ und hoffen auf ein Wiedersehen mit den Fans in 100 Jahren. Die Jung-PUHDYS denken wohl eher noch an ihre musikalische Karriere im ersten Leben. Die wunderbaren jungen Gastmusiker sind Conrad OIeak (Keyboard und Akkordeon), und die Altrocker-Söhne Andy Birr an der Akustikgitarre und in den Fußstapfen des Vaters der Vollblutmusiker Nick Scharfschwerdt an den Percussion. Die drei „Musik-Azubis“ bieten eine beachtliche musikalische Leistung!

„Was bleibt sind Freunde im Leben“ ruft besonders akustisch den Gänsehautfaktor hervor. „Denke ich an Deutschland“ hat dagegen die Mitklatschgarantie mit in die Partitur geschrieben bekommen. Rockröhre Dieter „Quaster“ Hartrampf singt wiederum gefühlvoll „Hiroshima“.

Die musikalische Klasse der PUHDYS kann der Musikliebhaber akustisch besonders erkennen, wenn Dieter „Maschine“ Birr und Quaster die Akustikgitarren spielen und sich Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt als wahrer Trommelvirtuose offenbart. Wenn Quaster „Bis ans Ende der Welt“ singt, Peter „Bimbo“ Rasym cool seinen Bass zupft, bläst sich Peter „Eingehängt“ Meyer, sonst hinter den Keyboards, mit dem Saxophon die Lunge aus dem Hals. „Eine Frage der Ansicht“ scheint es nicht zu sein, wenn zu diesem Song sogar im Takt geschunkelt wird. Bei den Super-Hits „Geh zu ihr“, „Wenn ein Mensch lebt“, „Lebenszeit“ und „Alt wie ein Baum“ hält es keinen Friedrichstadtpalastbesucher mehr in den Sesseln. Es wird geklatscht, getanzt und mit lauter Kehle mitgesungen. Nur einige Pressekollegen bleiben stoisch wie angewurzelt sitzen und verziehen keine Miene. Sie bereiten sich aber sicher schon gedanklich auf eine Lobhudelei in ihren Rezensionen vor.

Die PUHDYS-Fans sind superglücklich mit dem Spitzenprogramm und freuen sich im Zugabeteil über die Eisbären-Hymne und über „Das Buch“. Rundum ein Superkonzert, dass auch mit etwas leiseren Tönen hundertprozentig überzeugt! Und wer noch nicht genug hat, dem sei die neue Tour-CD wärmstens ans Herz gelegt!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Die Besprechung der CD ist hier nachzulesen: http://weblog.berli-press.de/archive/2009/11/27/puhdys-hits–akustisch—-ohrw-rmer-auf-2-scheiben.htm

PUHDYS-Website: http://www.puhdys.com

20 Jahre Mauerfall – Das neue Denkmal an der B 96 vor Lichtenrade

November 8, 2009 von thomasmoser

Überwinden, Durchdringen und Öffnen von Mauern

Wenn man als Autofahrer vom Berliner Ring auf der B 96 nach Berlin fährt, sieht man seit einigen Tagen kurz vor der Stadtgrenze, wo vor 20 Jahren die Mauer Lichtenrade vom Umland abgeschnitten hatte, ein imposantes Mauerdenkmal aus Stahl.

Mit einer Höhe von 3 Metern sind die fünf gewölbten Stahlplatten schon aus der Ferne gut zu erkennen. Flüchtige und flüchtende Menschen, die aus dem Kunstwerk geschnitten und aufgesetzt wurden, suchen den Weg in die Freiheit und erklimmen die Mauerteile. Aus jeder Perspektive erschließt das Denkmal sich in unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten.

Am 6. November 2009 wurde das Denkmal mit einem Bürgerfest an dem Ort feierlich eingeweiht, wo sich nach der Maueröffnung Bürger aus Ost und West, hinter dem Kirchhainer Damm am ehemaligen Grenzübergang für Müllfahrzeuge, in den Armen lagen. Das Denkmal wurde nach den Plänen der Künstlerin Kerstin Becker vom Stahlbauunternehmen SIAG aus Finsterwalde gebaut. Das neue Kunstwerk, das sich wie ein Scherenschritt aus riesigen Stahlplatten in den Himmel reckt, zog viele Besucher aus Ost und West zum Festgelände an der Stadtgrenze.

Der 1989 frisch gewählte und noch heutige Landrat Giesecke hatte die Idee, dass vom Landkreis Teltow-Fläming ein Kunstwerk an dieser Stelle an den Mauerfall erinnern sollte. Es wurde dann ein Wettbewerb ausgelobt, den die Künstlerin Kerstin Becker mit ihrem mehrdimensionalen Kunstwerk gewann. Die Kosten für das Kunstwerk hat der Landkreis übernommen und die Festveranstaltung wurde vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg ausgerichtet.

Mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst begann die Freiluftveranstaltung. Landrat Peer Giesecke begrüßte die vielen Bürgerinnen und Bürger, Verantwortliche aus der Politik in Tempelhof-Schöneberg und aus Brandenburg, den Ehrengast Klaus Wowereit und bedankte sich bei den vielen Helfern.

Der damalige Volksbildungsstadtrat und heutige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der zu der Zeit in Lichtenrade lebte, war schon vor 19 Jahren an dieser Stelle beim Wiedervereinigungsfest vor den Toren von Berlin anwesend.

Klaus Wowereit erinnert in seiner Ansprache an diese historischen Stunden und Tage: „20 Jahre nach Mauerfall, 20 Jahre nach der friedlichen Revolution, ist ein guter Anlass zu erinnern, zu gedenken, aber auch nach Vorne zu schauen. Zu erinnern und gedenken erst einmal den vielen Opfern, die an der Mauer gestorben sind…Es waren nicht Regierungen oder kluge Staatsfrauen und Staatsmänner, die die Mauer zu Fall gebracht haben, sondern es waren Menschen und Bürgerrechtler, die auf die Straße gegangen sind, die für die Freiheit und Demokratie gekämpft haben, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um eine Änderung herbeizuführen. Ihnen gebührt der Dank nach 20 Jahren Mauerfall!…Sie haben die Konfrontation in Europa zwischen Ost und West beendet!“

Klaus Wowereit freut sich sehr über die riesige Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zum Gedenktag am 9. November. Wowereit berichtet auch von seinen persönlichen Erlebnissen: „Am 10. November war ich am Kirchhainer Damm, da kamen die ersten Trabbis hier durch diesen Grenzübergang.“ Der Regierende Bürgermeister appelliert an die Anwesenden: „Bitte erinnern wir uns gemeinsam an diese glückliche Zeiten, wie wir uns in den Armen lagen. Dann relativieren sich die Probleme von heute in einer ganz besonderen Art und Weise. Wir sollen nicht vergessen, wie es vorher war und was wir alle zusammen erreicht haben.“

Wowereit freut sich über das errichtete Monument der Künstlerin Kerstin Becker. Die Grundidee des Denkmales: „Überwinden, Durchdringen und Öffnen von Mauern“ ist ein richtiges und wichtiges Motto, meint Wowereit. „Ich hoffe, dass das gute Beispiel von 1989 sich fortsetzt und überall wo heute noch in der Welt Mauern stehen oder in den Köpfen sind, diese Mauern überwunden und durchdrungen werden und eine bessere Zukunft auch woanders für die Menschen entsteht.“

Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Ekkehard Band begrüßte den Kreistagsvorsitzenden Klaus Bochow, BVV-Vorsteher Rainer Kotecki, weitere Bezirksamtsmitglieder und den Alt-Bürgermeister von Tempelhof Wolfgang Krueger.

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt sie zu wiederholen!“ zitiert Band und sagt: „Fortschritt ist ohne Gedächtnis nicht möglich!“ Band will, dass die historischen Bilder nicht verloren gehen. „Aus diesem Grunde ist es wichtig und richtig, dass auch an dieser Stelle an die deutsche Geschichte erinnert wird…und zwar wie ich finde in imposanter Weise!..Mit einer Präsenz, der sich niemand entziehen kann. Die Wissenden werden sich beim Anblick erinnern, die Unwissenden werden zum Fragen provoziert und es wird ein Dialog der Generationen entstehen“ meint Bezirksbürgermeister Band.

Der Bezirksbürgermeister erinnert weiter: „Am 2. Oktober 1990 fand an dieser Stelle ein großes Vereinigungsfest statt. Das war auch die Wurzel für eine Partnerschaft des Bezirkes Tempelhof (jetzt Tempelhof-Schöneberg) und dem Landkreis Zossen (heute Landkreis Teltow-Fläming).“ Band weiter: „Wir müssen die Zukunft des Landes auf gleicher Augenhöhe gemeinsam gestalten! Wir sind ein Volk!“

Landrat Peer Giesecke erinnert in seinem Grußwort an den Grund, warum dieses Fest hier stattfindet. Es war das Fest am 2. Oktober 1990, wo sich am ehemaligen Grenzübergang für Müllfahrzeuge Bürgerinnen und Bürger aus Ost und West in den Armen lagen.

„20 Jahre Mauerfall, 20 Jahre sind eine Generation. Mir läuft heute immer noch eine Schauer den Rücken runter, wenn ich an dieser Stelle mit dem Auto lang fahre und ich freue mich, dass es heute so funktioniert. Dieses Kunstwerk soll Anlass für das eine und andere Kind sein, dass es die Eltern fragt, warum das denn da steht? Damit soll das Kunstwerk uns allen Wissen und Identität vermitteln.“

Die Künstlerin erläutert, dass, wenn man zum Beispiel auf der B 96 aus dem Osten kommt und nach Berlin-Lichtenrade fährt, man einen geschlossenen Blick hat und mit den Figuren eine unterschiedliche Fern- und Nahwirkung entsteht. Wenn man aus Berlin kommt, hat man den offeneren Blick. Auch als Fußgänger und Fahrradfahrer wird man von allen Seiten einen unterschiedlichen Eindruck gewinnen können.

Die Musikschule des Landkreises Teltow-Fläming gestaltete den musikalischen Rahmen bei den Reden zur Denkmalenthüllung. Die Rockgruppe LIFT aus Dresden schenkt den Besuchern, auf diesem durchaus interessanten Alternativ-Festplatz, zum Abschluss „Wasser und Wein“ und andere schöne Rockballaden.

Ein wunderschönes Denkmal und ein gelungenes, freudiges und würdiges Fest an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze vor den Toren der Stadt Berlin, in Mahlow, direkt vor Lichtenrade!

 

Thomas Moser –BerLi-Press / auch Fotos (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

 

 

Weitere Berichte in der Internetzeitung von Lichtenrade:

1.) Kerstin Beckers Entwurf siegte: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/06/22/denkmal-vor-lichtenrade—20-jahre-nach-dem-fall-der-mauer.htm

2.) Vorankündigung der Festveranstaltung: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/08/26/20-jahre-mauer-ffnung.htm

3.) Pressekonferenz mit Landrat, Bezirksbürgermeister und Künstlerin http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2009/10/20/6-november-2009-in-lichtenrade—mahlow.htm

Website der Künstlerin Kerstin Becker: http://www.atelier-kerstinbecker.de

Website von LIFT: http://www.lift-rockballaden.de/home.htm

Informationsstelen – Mauertote auch bei Lichtenrade

November 8, 2009 von thomasmoser

Am Wochenende vor den großen Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wird an der ehemaligen Grenze vor den Toren von Berlin-Lichtenrade den Mauertoten gedacht.

Auf Initiative des Fördervereins der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde stellt die Stiftung Berliner Mauer mit Unterstützung der Berliner Senatskanzlei, Informationsstelen als Erinnerung an die mindestens 136 Mauertoten auf, die von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer erschossen wurden oder im Zusammenhang mit einem Fluchtversuch verunglückt sind. Die erste Stele für Horst Kullack, der am 13.12.1971 zwischen Großziethen und Lichtenrade angeschossen wurde, wurde nun feierlich vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper enthüllt. Bei schönstem Herbstsonnenschein kamen viele Angehörige der Maueropfer von Lichtenrade, interessierte Bürger und eine beachtliche Anzahl von Pressevertretern zur Lichtenrader Chaussee/Groß-Ziethener Straße. Mitten auf dem ehemaligen Grenzstreifen, circa 100 Meter nördlich von der Straße entfernt, konnte man zwei noch verhüllte Säulen, eine hohe Säule und eine etwas kleinere Informationsstele, betrachten. Es wurde in der Feierstunde auch noch drei weiteren Mauertoten an der Grenze zu Lichtenrade gedacht: Herbert Kiebler (erschossen am 27.6.1975 im Grenzstreifen zwischen Mahlow und Lichtenrade), Eduard Wroblewski (erschossen am 26.7.1966 auch am Grenzstreifen in Mahlow) und dem 14-jährigen Christoph-Manuel Bramböck, der in Höhe vom Schichauweg beim „Mauerpicken“ 1990 ein Unfallopfer wurde.

Harald Fiss, Ehrenvorsitzender des Fördervereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, hat das Gesamtberliner Projekt initiiert und vorangetrieben. Er begrüßte die Ehrengäste aus Teltow-Fläming und Tempelhof-Schöneberg, die interessierten Besucher und besonders die Angehörigen der Mauertoten. Fiss erläutert, dass in der ersten Phase insgesamt 9 Stelen gesetzt wurden. Harald Fiss lädt die Gäste ein, auch die anderen Stelen zu besuchen. „Wir freuen uns, dass wir durch unser Tun dazu beitragen konnten, dass die Geschichte des Mauerweges um diesen wichtigen Aspekt der Mauertoten ergänzt werden konnte. Wir sind es aber auch den Opfern schuldig, an die Unmenschlichkeit der Mauer und der Sinnlosigkeit der Morde zu erinnern.“

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier, sprach vom Unrechtssystem der Unterdrückung in der DDR: „Die Stelen sind in gewisserweise vertikale Stolpersteine, die helfen sollen, dass die Toten nicht vergessen werden. Sie sollen aber auch helfen darüber nachzudenken, welcher Wert die Freiheit ist.“ Axel Klausmeier dankt im Namen der Stiftung besonders Harald Fiss und den Angehörigen der Mauertoten für ihr Erscheinen.

Frank Henkel, Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU Berlin spricht in seinem Grußwort vom Glück, was er mit dem Tag des Mauerfalls verbindet: „Für Viele kam dieses glückliche Ereignis aber zu spät“. Henkel erinnert an die vielen Mauertoten an der Berliner Mauer. „Veranstaltungen wie diese, in geschichtlichen Zusammenhängen wie diesen, berühren mich vor dem Hintergrund meiner eigenen Biografie ganz besonders“ sagt Henkel. Weiter sagt Henkel: „Ich hatte große Glück, dass meine Eltern die Auseinandersetzung mit dem SED-Staat nicht gescheut haben und gegen alle Widerstände auf eine Ausreise gedrängt haben, auch wenn das mit persönlichen Risiken und Nachteilen behaftet war. So hatte ich 1981 die Chance bekommen, ein neues Leben in Freiheit anzufangen.“ Frank Henkel findet: „Jedes Opfer hat die Mauer auch brüchiger gemacht.“ Henkel bedauert, dass viele Erinnerungen an die Mauer im Glückstaumel der Wiedervereinigung vernichtet wurden: „Man darf im Bemühen der Erinnerung nicht nachlassen, damit nicht vergessen wird, dass der DDR-Staat eine Diktatur war! Es ist wichtig, dass wir angemessene und würdevolle Orte der Erinnerung wie diesen für Alle haben, für Zeitzeugen, für Touristen, für Wissenschaftler, aber auch und vor allem für junge Menschen, die die Mauer und die Teilung der Stadt nicht mehr selbst erlebt haben.“

Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, findet es wichtig an die Opfer der Mauer zu erinnern. Momper erinnert an den 13. August 1961, der Teilung von Berlin, und an die Hilflosigkeit der Menschen. „Die Mauer trennte eine Millionenstadt. Zahllose Verbindungen wurden zerschnitten. Es sind immer die Einzelnen, die unter den Folgen politischer Taten zu leiden haben.“ In seiner Gedenkrede führt Momper weiter aus; „Die Teilung Europas, Deutschlands und Berlin war ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, des Krieges, der von Deutschland angezettelt wurde. Die Alliierten gaben in ihren jeweiligen Besatzungszonen die Richtlinien gemäß ihrer eigenen politischen Vorstellung vor. Mit dem Beginn des Kalten Krieges teilte sich die Welt mehr und mehr in eine östliche und eine westliche Einflusssphäre. Das wurde durch den Bau der Mauer manifest! …Beim Mauerfall war das deutsche Volk das glücklichste Volk der Welt.“ Momper verweist auch darauf, wie viele Menschen ihre Fluchversuche mit dem Leben bezahlen mussten: „Mit der Enthüllung der Gedenkstelen wollen wir den Opfern gedenken, die in diesem Bereich der Grenze bei der Flucht erschossen wurden. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist eine DDR-Nostalgie, die heute manchmal sichtbar wird, wenig und ich würde sagen für mich unverständlich! Es ist gut, dass an jedes einzelne Schicksal, an jede einzelne Person und an jedes einzelne Opfer gedacht und erinnert wird und man davon etwas lernen kann! Dafür sind Denkmäler da!“

Nach den Ansprachen wurden die Stelen enthüllt, Kränze niedergelegt und den Maueropfern gedacht.

Die Stelen sind eine wichtige und richtige Erinnerung an die Mauertoten an dieser Stelle, am ehemaligen Todesstreifen vor Lichtenrade, und nicht nur im Zentrum von Berlin!

Bericht und Fotos von Thomas Moser -BerLi-Press- (www.berli-press.de)  für www.lichtenrade-berlin.de

LINK zur Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (Stiftung Berliner Mauer)

Inschrift der Informationsstele:

Horst Kullack
geboren am 20. November 1948
angeschossen am 31. Dezember 1971
gestorben am 21. Januar an den Folgen der Schussverletzung

Am Silvesterabend 1971 machte sich Horst Kullack aus Großziethen im Schutz der Dunkelheit auf den Weg zur Grenze. Vermutlich wollte er zu seinen Verwandten in West-Berlin. Obwohl die Grenztruppen schon einen Hinweis auf den Flüchtling bekommen hatten, gelang es ihm, den Hinterlandsicherungszaun zu übersteigen und bis zur Sperrmauer vorzudringen. Plötzlich stand er im gleißenden Scheinwerferlicht und Grenzposten gaben gezielte Schüsse auf ihn ab. In den Bauch getroffen, brach Horst Kullack schwer verletzt zusammen. Trotz starker Blutungen wurde er in einem Trabant „Kübel“ ins Hinterland transportiert und erst hier medizinisch versorgt.

Als sein Vater ihm im Krankenhaus besuchen wollte, wurde er erst nach lauten Protesten ans Krankenbett seines Sohnes gelassen. In fünf Operationen versuchten die Ärzte vergeblich, das Leben des jungen Mannes zu retten. Horst Kullack starb am 21. Januar 1972 im Alter von 23 Jahren.

1995 verurteilte das Landgericht Potsdam die beiden Todesschützen wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu einer Jugendstrafe von je fünfzehn Monaten auf Bewährung.

Auf West-Berliner Seite erinnert seit 1988 ein Gedenkkreuz an Horst Kullack.

Brass Band Berlin – Musik, Show und Slapstick

November 8, 2009 von thomasmoser

Die Brass Band Berlin und ihr Bandleader Thomas Hoffmann, elf Top-Musiker aus den großen Berliner Orchestern, ziehen wie beim Straßenkarneval zu den Klängen von „When the Saints go marchin in“ in die ehrwürdige Philharmonie in Berlin ein.

Sie spielen an diesem November-Nachmittag, wie Thomas Hoffmann es anmoderiert, „bekannte und auch sehr bekannte Titel.“ So auch zum Anfang die Erkennungsmelodie, wenn die Heiligen einmarschieren. Die Brass Band Berlin kann man nicht in eine Schublade packen, macht braucht einen ganzen Schrank voller Klangüberraschungen. Sie sind Kirchen- und Turmbläser, jazzige Interpreten, Filmorchester, Kur- und Zirkuskapelle und Staatsorchester in Einem!

Im Programm der Band sind zum Beispiel „Bourree“ von Bach, ein Richard-Wagner-Potpourri in Dixielandstyle, Wilhelm-Tell-Fantasien von Rossini, Volkslieder, Zar und Zimmermann wird mit Dave Brubeck gemixt und die West Side Storymelodien von Leonard Bernstein wird interpretiert. Mit „Boléro“ von Ravel füllten sich nach der Pause wieder die Bandreihen auf der Bühne. Besonders witzig und originell war dann der „Typewriter“, bei dem ein rotes Privileg-Schreibmaschinenmodell zum Einsatz kam. Percussion, die Schreibmaschine und eine Vielzahl von musikalischen Spezialeffekten beherrscht Thomas Hoffmann mit einer witzigen Leichtigkeit perfekt. Aber auch singend und hauchend überzeugt Hoffmann als Marilyn Monroe mit „I wanna be loved by you.“ Die Band spielt eine Carmen-Suite im Schweinsgalopp und bei Operettenklängen „ohne Probe“ wird Slapstick pur gezeigt. „Sing, sing, sing“ bildet mit einem faszinierend kraftvollem Schlagzeug- und Klarinettensolo einen fulminanten Abschluss des Konzertes. Die Presse ist begeistert: „Das swingt und fetzt, das rockt und rollt, das trötet, quäkt und ballert“ (Hamburger Morgenpost).

Die Brass Band Berlin kann alles! Sie kann mächtig, leicht und verspielt aufspielen. Es gibt immer eine Klatsch- und Schmunzelgarantie, auch an diesem schönen Samstagnachmittag! Die Zuhörer können sich schon jetzt auf die Weihnachtskonzerte der Band freuen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Link zur Band: http://www.brass-band-berlin.de

NIKOLIC: “OH DJAMILA! – BALKANGROOVES UND ALLTAGSARIEN“

Oktober 30, 2009 von thomasmoser

Im Heimathafen Neukölln im Saalbau ist in seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm Alexander Nikolic, die „goldene Stimme aus Kreuzberg”, zu bewundern. Klassikliebhaber und Balkangroover sind begeistert, wenn der junge Tenor klassische Melodien mit Hip-Hop und eigenen skurril-lustigen deutschen Texten kombiniert.
In seinem Programm “Oh Djamila! – Balkangrooves und Alltagsarien“ reichen sich klassische Musik und orientalische Klänge die Hand. Der montenegrinische Tenor kombiniert Operette, Blues, unterschiedliche Volksmusik und Songs im Liedermacherstiel mit modernen oft exotischen Klängen. Im Liebesliedzyklus kann der Zuschauer die romantische Ader des Künstlers mit der schönen Stimme erleben.

Im weißen Anzug mit Schiebermütze und Tiger-T-Shirt präsentiert der Sänger launige, gefühlvolle, aber auch intelligente Texte aus dem Alltag wie „Besser wenn man seine Klappe hält, dann kriegt man Selbige nicht entstellt!“ oder „Das Wetter in Deutschland ist kalt, ich komme vom Rechtsanwalt“. Nikolic besingt „knusprig und heiß“ den Balkangrill am Kottbusser Tor, Liebesaffären in Fitnessstudios und das antifaschistische Frauenkollektiv. Seine Lieder sind aber immer irgendwie auch Liebeslieder auf seinen Bezirk Kreuzberg. So präsentiert Nikolic mit der Stimme eines Opernsängers seine offizielle Nationalhymne der Republik Kreuzberg.
Der sympathische Künstler erzählt unterhaltsam von Erfahrungen in Berlin und spielt mit dem Publikum den „Gesangstest im Einbürgerungsverfahren“ durch und philosophiert dabei über den gemeinsamen Wortstamm von „Stimme“ und „Stimmung“. Die Zwischentexte und Übergänge wirken anfangs manchmal ein wenig linkisch und unvermittelt. Nach der Pause verwandelt sich dann der Künstler in den „normalen Jeansträger von der Straße“ und steigert noch mal deutlich seine Klasse. Dann ist auch die verständliche Aufregung bei Nikolic, am Abend nach der Premiere, ist wie weggeblasen.
Diese unterhaltsame Art der Präsentation von Nikolic hat man so authentisch in diesem klassischen Sound mit balkanisch angehauchten Melodien noch nicht gehört. Der „Kreuzberger mit Laib und Seele“ widmet seinem Kiez seine Texte und seine Stimme. Das Publikum ist begeistert, entspannt und klatscht gerne mit. Die Beine der Zuschauer können bei dieser Musik nicht still bleiben und wippen im Takt.

Ein gelungener runder Liederabend der besonderen Art!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Der Link zum Künstler: http://nikolic-berlin.de

Eintritt: 12-16 Euro

Spielort: Heimathafen Neukölln im Saalbau (dort im Saal), Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin am U-Bahnhof Karl-Marx-Straße

Weitere Aufführungstermine:
Freitag, 30. Oktober > 20:00 Uhr
Samstag, 31. Oktober > 20:00 Uhr
Mittwoch, 04. November > 20:00 Uhr
Donnerstag, 05. November > 20:00 Uhr
Freitag, 06. November > 20:00 Uhr
Samstag, 07. November > 20:00 Uhr
Sonntag, 08. November > 20:00 Uhr

Über die Spielstätte HEIMATHAFEN NEUKÖLLN im Saalbau

Der Heimathafen Neukölln hat für sein Volks-Programm einen neuen Ankerplatz gefunden: Im Saalbau wird nun endgültig der Staub vom Volkstheater gefegt und Alt-Berliner Possen und Gassenhauern ein neuer Glanz verliehen. Zugleich holt der Heimathafen mit aktuellen Stücken das heutige Neukölln auf die Bühne – aber vor allem: Die Berliner sollen ihr altes Vergnügungsviertel Rixdorf wieder bekommen, und sich hier richtig amüsieren!

Volkstheater ist einfach, direkt und für jeden zugänglich. Und das möchte der Heimathafen Neukölln in Anlehnung an die alten Stücke auch heute fortführen. Mit neuen Inszenierungen von Alt-Berliner Stücken soll an die Vergangenheit des Saalbaus im berüchtigten Vergnügungsviertel Rixdorf angeknüpft werden. Mit Arbeiten von Neuköllner und Berliner Autoren von heute setzt sich der Heimathafen Neukölln gleichzeitig mit den aktuellen Themen des Bezirks auseinander.

Aber zum Volkstheater gehörte schon in den 20er Jahren noch mehr: Kabarett, Musik und natürlich: Tanz. In der Karl-Marx-Straße haben von jetzt an unterschiedliche kulturelle Aktivitäten unter einem Dach Platz. Da ist für jeden was dabei: Neben Eigenproduktionen im Schauspiel und Musiktheater sowie ausgewählten Gastspielen gibt es Konzerte, die samstägliche BallhausDISKO, Lesungen, den größten Neuköllner Dichterwettstreit „Saalslam“, die Open Stage „Avanti Dilettanti“, einen Theaterjugendclub und mehr.

http://www.heimathafen-neukoelln.de

Hermione-von-Preuschen-Platz in Berlin-Lichtenrade

Oktober 3, 2009 von thomasmoser

Bei herbstlichem Wetter wurde am 2. Oktober 2009 feierlich die Grünanlage in Lichtenrade nach der Künstlerin Hermione von Preuschen (1854-1918) benannt, die bis zu ihrem Tod 10 Jahre in ihrem Refugium „Tempio Hermione“ in der Prinzessinnenstraße 14 in Lichtenrade gelebt hat.

Die Malerin und Schriftstellerin erbaute sich eine eigene Ausstellungshalle auf dem exotisch gestalteten Grundstück und lud zu großen Feierlichkeiten in das ländliche Lichtenrade ein.

Die Weltreisende und Frauenrechtlerin wird nun in Lichtenrade mit der Nennung eines Platzes „Hermione-von-Preuschen-Platz“, ehemals Hohenzollernplatz, geehrt. Ein Jahr nach der Beschlussfassung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg ist es nun endlich so weit!
Zur feierlichen Umbenennung hat der Bezirksstadtrat für Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt, Oliver Schworck (SPD) eingeladen. Er begrüßte die Bürgerinnen und Bürger und besonders den Ehrengast Herrn Dr. Rüdiger von Preuschen, einem Verwandten der Künstlerin, der extra aus Bonn angereist kam. Frau Melanie Kühnemann hatte den Antrag der Namensnennung in die BVV eingebracht und erzählte beim Festakt vom Wirken der Künstlerin. Dr. Rüdiger von Preuschen gab einige genauere Einblicke in die besondere Persönlichkeit von Hermione. Die Rede von Dr. von Preuschen wird mit seiner freundlichen Genehmigung gesondert abgedruckt (siehe unten).
Dem Festakt wohnten auch bei: Ingrid Kühnemann (stellv. BVV-Vorsteherin / SPD), der Bezirksverordnete Jörg Kalies (CDU), der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße Herr Hagen Kliem, der Abschnittsleiter der Polizei und der Verantwortliche der Lichtenrade Website ( www.lichtenrade-berlin.de ) Thomas Moser und Frau. Herr Dr. von Preuschen und Bezirksstadtrat Schworck enthüllten eines der Schilder. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band ließ als Geschenk für den Ehrengast einen Berliner Buddy-Bären überreichen. Der feierliche Rahmen wurde wunderbar mit klassischer Musik von Musikerinnen (Kathrein Allenberg -Violine- www.kathreinallenberg.de / Marika Gejrot -Cello-) der bezirklichen Leo Kestenberg Musikschule ausgefüllt.

Thomas Moser - BerLi-Press

Thomas Moser - BerLi-Press

Hermione von Preuschen war eine Frau zwischen Erotik und altgriechischen Idealen, eine Weltbürgerin, sorgte für Abwechslung im dörflichen Lichtenrade, die auch „Berlins griechische Morgengöttin“ genannt wurde, aber sie war auch eine mutige Frau.

So beklagte sie die schlechte Ausbildungssituation der Künstlerinnen und die Widerstände seitens der Professoren in Kunstakademien, die in jeder talentierten Künstlerin eine unliebsame Konkurrenz erblickten. Hermione von Preuschen gilt als Begründerin des sogenannten „Historischen Stilllebens“. Bekannt wurde sie durch den Skandal um ihr Bild “Mors Imperator”, einer Persiflage auf den altersschwachen Wilhelm I., das 1887 von der Berliner Kunstausstellung zurückgewiesen wurde. Sie wurde wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Im Alter von 64 Jahren starb Hermione von Preuschen am 12. Dezember 1918 in Berlin-Lichtenrade.

Thomas Moser (auch Fotos) – BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Mehr Informationen zu Hermione von Preuschen: Kiez-Informationsportal www.lichtenrade-berlin.de unter “Persönlichkeiten” oder Direktlink

Die Rede von Freiherrn Dr. Rüdiger von Preuschen:

Sehr geehrte Frau Kühnemann, sehr geehrter Herr Schworck, sehr geehrte Damen und Herren,

Dass Sie mir die Gelegenheit geben, bei der Namensgebung des „Hermione-von-Preuschen- Platzes“ im Namen der Familie von Preuschen einige Worte zu sagen, ist mir eine große Ehre. Sie, Frau Kühnemann, haben Hermione gewürdigt. Vielleicht kann ich etwas zu Hermione aus der Familienperspektive hinzufügen.

Hermione hat etwas getan, was eigentlich ganz normal ist – und was doch – auch heute noch – so schwer zu verwirklichen ist. Sie war sie selbst. Sie war offen, spontan, mitfühlend, aber auch energisch, wenn es darauf ankam, ihre Gleichberechtigung als Frau und ihre Eigenständigkeit als Individuum gegen jede Art der Fremdbestimmung zu verteidigen.  Für die damalige Gesellschaft waren ihre freizügigen Gedichte und Malereien, und ihr burschikoses Auftreten in der Öffentlichkeit, womit sie allen wilhelminischen Konventionen zuwider handelte und Skandale erzeugte, ein Schrecken. Dabei hatte sie Freunde, die sich sehen lassen können: Die Tochter der Königin Viktoria, die Kaiserin Friedrich, Lou Andrea-Salome (eine ausgewiesene femme fatale, der Nietzsche verfallen war), den Dichter Theodor Storm, den Dichter und Nobelpreisträger Paul Heyse und nicht zuletzt Rainer Maria Rilke, der in Berlin im selben Haus wie Hermione gewohnt hatte.

Sie hat als Frau die Gefahren auf sich genommen, alleine die ganze Welt zu bereisen, um Anregung für ihre Malerei und Dichtung zu erhalten. Hier in Lichtenrade wurde sie vor hundert Jahren sesshaft, mit ihrem Tempio Hermione – einer Publikumsattraktion. Sie würde sich freuen, dass in Lichtenrade ihr Andenken gewahrt bleibt.

Es gibt viele Zitate, mit denen man ihr Wesen charakterisieren könnte. Zum Schluss vielleicht diese: Zu Malerei, Dichtung, und Ehe: „Conventionen sollt’ ich malen, Conventionen sollt’ ich schreiben, sittiglich wie andre Weiber, meinem Mann die Zeit vertreiben“.

Oder zur Gleichberechtigung: „Trotzdem aber glaube ich an die Berechtigung der Frauenemanzipation – wie ich an die Sonne glaube. Sie liegt in der Luft, sie ist zeitgemäß, unaufhaltsam“.

Und schließlich: „ Wir furchtbar, durch Vornehmheit umpanzert, von allem Bunten, Zufälligen, ewig getrennt zu sein. Der Reiz und der Zauber des Lebens liegen im Wechsel, im Auf und Ab von Lebensumständen“.

Ich glaube, dass das, was Hermione ausmachte, auch heute noch aktuell ist. Darum freue ich mich, dass Hermione die Ehre zugedacht wird, die sie immer verdient hatte.

Neuer „Blue Monday“ in der ufaFabrik

September 8, 2009 von thomasmoser

Unter dem Motto „Von Mensch zu Mensch“ lädt Juppy, Urgestein des Tempelhofer Kultur Centrums „ufaFabrik“, an den nächsten Montagen zu „Abenden für Herz und Hirn“ ein. Wechselnde Überraschungsgäste präsentieren in lockerer Abfolge, mit der bewährten Juppy-Moderation, Kunst und Kultur, Klamauk und Gesellschaftskritik.
Die erste Show im Wolfgang-Neuss-Salon gab in intimer Runde einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Dirk Schlömer, ehemaliger Musiker bei Rio Reiser und Ton, Steine, Scherben, gab den musikalischen Auftakt für die „Blue Monday-Serie“ mit „Land in Sicht…die lange Reise ist vorbei“.
Juppy meint, dass der „Blue Monday“ da ist, damit man sieht, was Berlin ist. Seine künstlerischen Freunde haben oft am Montag frei und dann können sie ja mal rumkommen, meint der Kommunarde.
Jojo Weiß weiß mit Sprach-Clownerie „inflationäres Sprechen“ fühlbar zu machen und besingt seinen Stamm-Italiener. Faszinierend wird von Alex und Alfredo eine musikalische Boxerperformance mit viel Schweiß geliefert. Tänzelnd mit vollem Körpereinsatz vor der Box-Musik-Wand, wird der „Blues mitten aus dem Leben“ und die Nationalhymne mit Temperament im Super-Sound vom ehemaligen Boxer und DJ der Reeperbahn angestimmt. Die Musikwand ist eine Einrichtung mit kleinen Trommeln; diese werden mit Boxschlägen zum Schwingen gebracht. Eine sensationelle Musikpräsentation: Das Boxer-Xylofon!
Der rbb-Moderator Daniel Gäsche, der mit Juppy die Biografie „Aus dem Leben eines Revoluzzers“ geschrieben hat, unterhält locker mit tagesaktuellen Einlagen das Publikum. Sabrina bringt sich und die Hula-Hoop-Reifen in Schwingung (eine Augenweide!), Bel singt mit Gitarrenunterstützung von Juppy über Einsamkeit, Richy B. & Co lassen mit drei Gitarren satten Sound erklingen und auch an den kürzlich verstorbenen Mitbewohner Scotty wird gedacht.
Der „Blue Monday“, ein bunter Abend im besten Sinn, wird mit Juppy zum „Golden Monday“. Ich wünsche Juppy für seinen „Blue Monday“ alles Gute! Ich bin mir sicher, dass der Geheimtipp von heute sich bald als Knaller und Publikumsmagnet entpuppen wird!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

www.ufafabrik.de

Musik-Comedy-Tanz-Artisten-Raubtiere. Auf in die Zukunft – Jeden Montag neu!
Premiere: 7. 9. 2009
wöchentlich, immer montags
Spieltermine: Mo, 7.9., 14.9. , 21.9., 28.9. 5.10., 12.10., 19.10., 26.10., 2.11.
Beginn: 20:30 Uhr,
Eintritt: 15,-, erm. 12,- Euro
Im Wolfgang Neuss Salon der ufaFabrik Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin
Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84
Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

Dittmar Bachmann erobert mit Stand-up-Comedy & Musik die ufaFabrik

September 3, 2009 von thomasmoser

Der Musik-Comedian Dittmar Bachmann hat mit seinem ersten Soloprogramm die Herzen der Premierengäste in der sehr gut besuchten Tempelhofer ufaFabrik erobert.

Der „Popstar der Comedy-Branche“ , schon oft im Fernsehen aufgetreten, weiß mit Musik und Sprache, mit seiner vollen Stimme und mit ganzem tänzerischen Körpereinsatz zu beeindrucken. Dittmar Bachmann bindet von Anfang an das Publikum in sein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm ein. Der Komiker scheint alle Feinheiten des Alltagslebens aufzusaugen. Als Fernsehfan findet er Stoff ohne Ende für seine Präsentationen. Dittmar Bachmann verarbeitet Kinderserien seiner Jugend, wie Flipper und Lassie, aber auch beliebte Zeichentrickfilme in seine Comedy und in die Musik. Der Comedian hat den Filmen und den Schauspielern „auf´s Maul geschaut“ und kann es mit Schauspiel und Musik unterhaltsam neu umsetzten. Seine Erfahrungen aus der Schul-Disco kommen dem Tänzer bei seinen stilvollen Tanzeinlagen sicher entgegen. Der temperamentvolle Dittmar Bachmann lässt den Rock´n Roll´er und den Rapper lebendig werden.

Der Künstler ist in Details vernarrt und achtet, bei aller Spontaneität, auf eine „loriotmäßige“ Genauigkeit. Dies kommt alles ganz natürlich über die Bühne, weil man merkt, dass Dittmar Bachmann seine Geschichten lebt und gelebt hat und damit auch sich selbst Freude auf der Bühne bereitet.

Dittmar Bachmann

Dittmar Bachmann

Die Boygroup-Einlagen lösen beim gemischten Publikum ein großes Vergnügen aus. Der Fernsehjunkie Bachmann kann noch vom sprechenden „OB“ (was nicht Oberbürgermeister bedeutet) berichten, seine DJ-Erfahrungen mit Black-Music plastisch darstellen, deutsch-türkische Tanzkultur auf den Arm nehmen und mit einem Party-Tanz-Mix seine tänzerischen Fähigkeiten zur Geltung bringen. In der Programmankündigung kann man nachlesen: „Egal ob er sich über die Absurditäten des Alltags, die Härten des Erwachsenwerdens oder Männer und ihr problematisches Verhalten zu Frauenfilmen auslässt, wenn Bachmann die Bühne entert und seine Tanz- und Gesangseinlagen hinlegt, lässt er gewöhnlich die Wände wackeln und die Teenies kreischen“.

Ohne Frage, Dittmar Bachmann ist mit dem Mix aus Stand-up-Comedy und großartigen Musik- und Gesangspersiflagen ein wahres Vergnügen für das Publikum in der ufaFabrik!

Thomas Moser –BerLi-Press- (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Mehr Informationen finden Sie auch unter: www.bachmann.cc

Stand-up-Comedy & Musik

Mi–Sa, 2. – 12.9. Beginn: 20:30 Uhr,

Eintritt: 17,-, erm. 15,- Euro, Do, Theatertag: 15,-

ufaFabrik Viktoriastr. 10-18 12105 Berlin

Direkt am Tempelhofer Damm, 1 Minute von der U6-Ullsteinstraße, Bus: M170, N6 und N 84

Zuschauer- & Ticket-Telefon 030 • 75 50 30 www.ufafabrik.de

„Feuerblumen und Klassik Open Air 2009“ im Britzer Garten

August 30, 2009 von thomasmoser

Spätsommer in Berlin-Britz. Tausende von Menschen strömen aus allen Himmelsrichtungen auf das Erholungsgelände der Bundesgartenschau von 1985. Der Britzer Garten im Süden von Berlin hat zum 11. Mal zu „Feuerblumen und Klassik Oper Air“ eingeladen. Dieses Jahr heißt das Thema „Verdi Zauber“.

Vollgepackt mit Picknickkörben und Campingstühlen, die auf Bollerwagen, mit Sackkarren oder „Rentner-Rollis“ auf das Gelände transportiert werden, erobert das vom Alter sehr gemischte Publikum die beliebte Parkanlage. Der Berliner an sich mag Spektakel dieser Art, wo er auch Bouletten und Sekt mitbringen darf. Das Feuerwerk mit klassischer Musik hat mit 12.000 Zuschauern einen festen Platz im Eventkalender der Berliner gefunden und sich damit neben den anderen großen Feuerwerksspektakeln in der Hauptstadt fest etabliert. Bei herrlichem Sonnenschein eroberten die Feuerwerk- und Klassikfans schon am frühen Nachmittag die Wiese auf der Anhöhe vor der Bühne am See. Die 5.000 Sitzkarteninhaber konnten sich mehr Zeit lassen, da ihre reservierten Stühle direkt vor der Bühne sicher waren. Auf der Wiese war schon kaum noch ein Durchkommen, als ein Platzregen die Besucher überraschte. Der Abend blieb dann trocken und wurde aber etwas kühler, was den hartgesottenen Berlinern aber das Vergnügen nicht verderben konnte. Den Wiesenbesuchern bereitet es alljährlich ein besonderes Vergnügen, dass Rufe nach suchenden Personen auf einmal über die ganze Wiese erklingen. So wird die Wartezeit bis zum Konzertbeginn auch nicht langweilig.

Im Vorprogramm stimmte der Tenor Claudio Martino mit einem Bündel bekannter Klassiker, wie zum Beispiel „O Sole Mio“, die Gäste auf den Abend ein.
Im Hauptprogramm konnte mit „Verdi Zauber“ das Berliner Konzert Orchester mit seinen rund 40 Musikern und der Berliner Konzert Chor mit 40 Mitwirkenden unter Leitung von Jan Olberg seine Magie mit italienischen Opern verströmen lassen. Unterstützt von den wunderbaren Solisten Yvonne-Elisabeth Friedli (Sopran), Daniel Kim (Tenor) und Friederike Meinel (Mezzosopran) gelang es, dass Tausende von Zuhörern sich den wunderbaren Klängen der Ohrwürmer von Nabucco, La Traviata, Aida, Rigoletto und Il Trovatore hingaben. Für die Moderation war als Medienpartner der beliebte Moderator Jürgen Jürgens von radioBERLIN 88,8 auf das Festgelände gekommen. Ein redseliges Mitglied des Chores gab kurzweilige Erläuterungen zu den Hintergründen der Verdi Texte ab. Der Chor durchquerte nach der Pause mit Fackeln zum „Triumphmarsch“ aus Aida die Zuschauerreihen. Die Leistungen aller beteiligten Künstler konnten beeindrucken und fügten sich zu einem runden Gesamtkunstwerk.
Zur Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel wurde mit äußerster zeitlicher Präzision und Synchronisation das festliche Höhenfeuerwerk von der „potsdamer feuerwerk GmbH“ über dem See hinter der offenen Bühne gezündet.

Wunderbare Feuerblumen zeichneten den Nachthimmel über dem Britzer Garten.

Die Zuschauer hatte viel Spaß und erholsame Stunden und freuen sich auf die 12. Veranstaltung von „Feuerblumen und Klassik Oper Air“ am 21. August 2010. Der Vorverkauf beginnt am 1. Dezember 2009. Dieses Jahr war die Veranstaltung schon Wochen vorher ausverkauft. Daher sollte man nicht zu lange mit dem Kauf der Karten warten, zumal ja auch Weihnachten wieder vor der Tür steht.
Thomas Moser –BerLi-Press ( www.berli-press.de ) für www.lichtenrade-berlin.de
Der Link zum Britzer Garten: http://www.gruen-berlin.de/britz/index.php